Ende der COP26: Es bleibt viel zu tun

In den let­zten zwei Wochen fand in Glas­gow die COP26 statt. Regierungsvertreter*innen der ganzen Welt haben sich getrof­fen um über die weltweit­en Maß­nah­men zur Eindäm­mung des Kli­mawan­dels zu sprechen. Die in Glas­gow beschlosse­nen  Maß­nah­men gehen vie­len, unter anderem auch Fri­days For Future, jedoch nicht weit genug.

Bei der COP26 hörten wir viele Reden zur Dringlichkeit und Bedeu­tung der Bekämp­fung des Kli­mawan­dels. Wir begrüßen natür­lich grund­sät­zlich, dass die Trag­weite der Kli­makrise anerkan­nt wird und die ver­ant­wortlichen Politiker*innen endlich die Ein­leitung der erforder­lichen Maß­nah­men fordern. Einige der bei der COP26 vorgestell­ten Ini­tia­tiv­en und Maß­nah­men stellen auch zweifels­frei einen Fortschritt dar. Allerd­ings greifen viele der Maß­nah­men erst in mehreren Jahren. Das ist viel zu spät, um der Kli­makrise Herr zu wer­den. Die Folge wird sein, dass wir das 1,5‑Grad-Ziel nicht ein­hal­ten wer­den und die Kli­makrise immer weit­er eskalieren wird. Die Fol­gen wären drama­tisch, nicht nur in fern­er Zukun­ft oder anderen Teilen der Erde, son­dern auch bei uns — etwa in Form ein­er Zunahme von Extremwet­ter­ereignis­sen wie Dür­ren oder Über­schwem­mungen, wie wir sie in den ver­gan­genen Jahren immer wieder beobacht­en kon­nten. Gle­ichzeit­ig müssen wir uns bewusst sein, dass die Kli­makrise die Men­schen des sog. glob­alen Südens oft­mals beson­ders früh und hart trifft. Da die Fol­gen der Kli­makrise all­ge­gen­wär­tig und seit Jahrzehn­ten bekan­nt sind, sind wir umso ent­täuschter, dass die COP26 hin­ter ihren Auf­gaben zurück­bleibt.

Vin­cent Heitzer von Fri­days for Future Münster

Darüber hin­aus bemän­gel­ten viele Klimaaktivist*innen den weit­ge­hen­den Auss­chluss von Repräsentant*innen der beson­ders  vom Kli­mawan­del betrof­fe­nen Län­der, auch MAPA (Most Affect­ed Peo­ple and Areas) genan­nt. Diese kon­nten durch nicht aus­re­ichen­den Zugang zu Impf­stof­fen, Visa oder verän­derten Reisebes­tim­mungen nicht zur COP26 anreisen.

Es kann nicht sein, dass bei ein­er Kon­ferenz von so immenser Bedeu­tung die Men­schen, die am stärk­sten vom Kli­mawan­del betrof­fen sind, so unter­repräsen­tiert sind. So eine exk­lu­sive Kon­ferenz darf auf keinen Fall als die inklu­sivste COP der Geschichte beze­ich­net wer­den, wie Bor­ris John­son es tat. Das Ignori­eren der Betrof­fe­nen und das Schönre­den der eige­nen unzure­ichen­den Maß­nah­men zeigt, dass diese Kon­ferenz in großen Teilen auch der Selb­st­darstel­lung der Indus­tri­es­taat­en dient. Denn wieder ein­mal bleiben echte Hand­lungsstrate­gien für soziale, weltweite Klim­agerechtigkeit auf der Strecke. Übrig bleibt der bit­tere Beigeschmack von viel heißer Luft um nichts.”

Judith Hölsch­er, eben­falls bei Fri­days for Future Mün­ster aktiv. 

Neben den bere­its genan­nten Män­geln dieser Kon­ferenz ist auch die neue Abschlusserk­lärung der Kon­ferenz den Vertreter*innen der lokalen Fri­days for Future Orts­gruppe zu schwach, da es, aus Sicht der Aktivist*innen, den Staat­en zu viel Spiel­raum bietet und ein Han­deln frei­willig mache. 

Wir sind maß­los von der diesjähri­gen COP ent­täuscht wor­den! Nach 3 Jahren des Protestes und 6 Jahre nach dem Beschluss des Paris­er Kli­maabkom­mens ist eine solch schwache COP ein regel­rechter Ver­rat an der Men­schheit und beson­ders dem glob­alen Süden (MAPA). Die bere­its jet­zt spür­bar existierende Kli­makrise darf nicht länger wie eine Bedro­hung der fer­nen Zukun­ft behan­delt wer­den, son­dern muss als das zen­trale Prob­lem der derzeit auf dem Plan­eten leben­den Men­schen wahrgenom­men wer­den. Genau das ist jedoch auf der COP 26 nicht passiert, und auch in dem Abschluss­bericht dieser Kon­ferenz nicht erkennbar. Die Abschlusserk­lärung verpflichtet die Staat­en nicht direkt zum Han­deln, zur verbindlichen Vor­nahme der erforder­lichen Maß­nah­men, son­dern gibt ihnen mehr oder weniger freie Hand!

Marek Blanke, Teil der Mün­ster­an­er Orts­gruppe von Fri­days for Future

Der Weg zu echter, umfassender Klim­agerechtigkeit ist noch lang und es bleibt viel zu tun. Glas­gow war zwar ein Fortschritt, brachte aber nicht den Durch­bruch, der im Jahr 2021 notwendig wäre. Fri­days for Future wird weit­er auf die Straße gehen, um die ver­ant­wortlichen Politiker*innen an ihre Ver­sprechen zu erin­nern und endlich zum erforder­lichen Han­deln zu bewegen.

Wir streiken, bis ihr handelt! Ankündigung der Fahrraddemo in Münster am 12. November

Fri­days for Future geht weit­er auf die Straße. Während in Berlin SPD, Grüne und FDP über die Bil­dung der neuen Koali­tion ver­han­deln, find­et im schot­tis­chen Glas­gow die diesjährige UN-Kli­makon­ferenz (COP26) statt. Staats- und Regierungschef*innen bzw. ihre Unterhändler*innen tre­f­fen sich unter Beobach­tung und kri­tis­ch­er Begleitung von Expert*innen und zivilge­sellschaftlichen Bünd­nis­sen und Organ­i­sa­tio­nen, um inter­na­tionale Kli­maschutzbe­mühun­gen zu koordinieren. 

In den let­zten Tagen wur­den immer wieder einzelne Ini­tia­tiv­en von Staat­en oder Unternehmen öffentlichkeitswirk­sam vorgestellt. Unter diesen Ini­tia­tiv­en find­en sich zwar einige gute Ansätze, sie reichen in der Summe aber bei weit­em nicht aus, um die Welt endlich auf einen 1,5‑Grad Pfad zu brin­gen. Zugle­ich wer­den alle Ver­sprechen dieser Welt die Kli­makrise nicht aufhal­ten kön­nen. Den vie­len Worten müssen jet­zt endlich Tat­en fol­gen.”, fordert Hen­ri­ette Pollmeier von Fri­days for Future Mün­ster. Dabei drängt die Zeit. Sechs Jahre nach Paris ist noch viel zu wenig passiert.

Die reichen Staat­en dieser Erde, zu denen auch Deutsch­land gehört, ste­hen bei der Bekämp­fung der Kli­makrise beson­ders in der Pflicht.  His­torisch betra­chtet ist Deutsch­land der viert­größte Emit­tent von Treib­haus­gasen (BMU, Kli­maschutz in Zahlen, 2021). Deshalb trägt Deutsch­land zusam­men mit den anderen Indus­tri­es­taat­en in beson­derem Maße die Ver­ant­wor­tung für diese glob­ale Krise. Die Fol­gen der fortschre­i­t­en­den Erder­wär­mung tre­f­fen hinge­gen vor allem die Län­der des sog. glob­alen Südens beson­ders früh und hart. Ihnen fehlen oft – ins­beson­dere auf­grund jahrhun­derte­langer Aus­beu­tung während und nach dem impe­ri­alen Kolo­nial­is­mus – die notwendi­gen Ressourcen für den erforder­lichen Umbau und die Kli­mafol­gen­bekämp­fung. Mit der glob­alen Erwär­mung geht also auch eine Men­schen­rechts- und Gerechtigkeit­skrise ein­her. Die reichen Indus­tri­es­taat­en haben fol­glich zwei große Auf­gaben zu erfüllen: Ein­er­seits müssen sie ihre eigene Poli­tik kon­se­quent an einem 1,5‑Grad kon­for­men CO2-Rest­bud­get aus­richt­en. Außer­dem müssen sie ihre Ver­sprechen von Paris endlich umset­zen und die ärmeren Staat­en bei der Bekämp­fung der Fol­gen der Kli­makrise finanziell unterstützen.

Gle­ichzeit­ig ist es vie­len Vertreter*innen aus Län­dern des glob­alen Südens wegen Visa- und Akkred­i­tierung­sprob­le­men, fehlen­dem Zugang zu Covid-19-Impf­stof­fen und verän­derten Reisebes­tim­mungen nicht möglich, in diesem Jahr nach Glas­gow zur COP26 zu reisen. Dabei braucht es ihre Stim­men für eine effek­tive Bekämp­fung der Kli­makrise und die Gestal­tung des Weges zu echter Klim­agerechtigkeit.“, erk­lärt Vin­cent Heitzer, Teil der Mün­ster­an­er Orts­gruppe von Fri­days for Future. 

Wir streiken, bis ihr han­delt!”. Um den Druck auf die Ver­ant­wortlichen in Berlin, Düs­sel­dorf und über­all auf dem Globus aufrechtzuer­hal­ten und sie an ihre Ver­sprechen zu erin­nern, geht Fri­days for Future Mün­ster auch an diesem Fre­itag (12.11.2021) wieder auf die Straße. Start­punkt der Fahrrad­de­mo durch Mün­ster ist der Dom­platz um 15 Uhr. Am Ende der Demon­stra­tion wird es eine Abschlusskundge­bung in der Stuben­gasse geben. 

Große Aufgaben für die COP26

Heute begin­nt in Glas­gow die 26. UN-Kli­makon­ferenz (COP26). Delegierte aus 197 Staat­en und Staaten­bünd­nis­sen (bspw. der EU) sollen hier in den näch­sten zwei Wochen maßge­bliche Leit­entschei­dun­gen für inter­na­tionale Kli­maschutzbe­mühun­gen disku­tieren und erarbeiten. 

Dabei drängt die Zeit. Schon jet­zt liegt die glob­ale Erwär­mung im Ver­gle­ich zum vorindus­triellen Zeital­ter bei 1,2 Grad. Die Hand­lungsspiel­räume wer­den klein­er und klein­er. Zeit ist ein­er der entschei­den­den Fak­toren in der Bekämp­fung der Kli­makrise. Rund sechs Jahre nach dem Paris­er Kli­maabkom­men stellt sich daher die Frage, wo wir derzeit stehen. 

Unmit­tel­bar nach Paris haben ver­schiedene Län­der Kli­maschutzziele for­muliert. Wären diese Ziele so umge­set­zt wor­den, würde uns eine glob­ale Erwär­mung von rund 3–4 Grad im Ver­gle­ich zum vorindus­triellen Zeital­ter dro­hen — mit drama­tis­chen, exis­ten­ziellen Fol­gen für Men­schen, Tiere und Umwelt. Seit­dem haben viele Staat­en immer weit­er nachgebessert. Die Gründe hier­für sind sicher­lich vielfältig. Sie liegen etwa in der sich vor unseren Augen immer weit­er ver­schär­fend­en Kli­makrise, aber auch in den anhal­tenden zivilge­sellschaftlichen Protesten durch Fri­days for Future und weit­ere Bünd­nisse. Basierend auf den aktuellen Plä­nen der einzel­nen Staat­en steuern wir heute noch immer auf eine Erder­wär­mung von etwa 2 Grad zu — und dies set­zt voraus, dass die Ver­sprechun­gen tat­säch­lich einge­hal­ten wer­den. Lei­der müssen wir jedoch beobacht­en, dass weltweit nicht die erforder­lichen Maß­nah­men ergrif­f­en wer­den, um die eige­nen Kli­maziele einzuhalten. 

Auf­gabe der COP26 ist, hier drin­gend nachzubessern und Mech­a­nis­men zu erar­beit­en, um Staat­en zur For­mulierung pariskon­former Kli­maziele und der Ein­hal­tung ihrer eige­nen Ziele zu bewe­gen. “Ja, es braucht endlich ambi­tion­iert­ere Kli­maziele. Bei leeren Ver­sprechun­gen darf es aber nicht bleiben. Den Worten müssen Tat­en fol­gen! Es ist unser aller Zukun­ft, um die es geht.”, fordert Zita Brune, von Fri­days for Future Münster. 

Die gegen­wär­tige Krise ist jedoch nicht nur eine Kli­makrise, sie ist auch eine Gerechtigkeits- und Men­schen­recht­skrise. Unter den Fol­gen der glob­alen Erwär­mung lei­den bere­its jet­zt in beson­derem Maße mar­gin­al­isierte und mehrfach diskri­m­inierte Men­schen. Dabei trifft es die Staat­en des sog. glob­alen Südens beson­ders hart. Ihnen fehlen oft die notwendi­gen Ressourcen für den erforder­lichen Umbau und die Kli­mafol­gen­bekämp­fung. Daher wurde im Paris­er Kli­maabkom­men vere­in­bart, dass diese Staat­en bei ihren Kli­maschutzbe­mühun­gen inter­na­tion­al unter­stützt wer­den sollen. Die Pläne sahen vor, dass im Zeitraum von 2020 bis 2025 jährlich 100 Mrd. Dol­lar für den erforder­lichen Wan­del bere­it­gestellt wer­den soll­ten. Allerd­ings wer­den diese Ver­sprechen von den reichen (Industrie-)Staaten bis heute nicht erfüllt. Dabei sind sie es, die his­torisch und heute in beson­derem Maße die Ver­ant­wor­tung für die Kli­makrise tra­gen. Allein die G20-Staat­en sind für etwa 78 % der jährlichen glob­alen Emis­sio­nen verantwortlich. 

Auch hier muss nun in Glas­gow drin­gend nachgebessert wer­den. Stef­fen Lam­brecht von FFF Mün­ster erk­lärt: “Der erforder­liche glob­ale Wan­del kann nur gemein­sam erfol­gre­ich sein. Beste­hende glob­ale Ungerechtigkeit­en müssen mitgedacht und gezielt abge­baut wer­den. Es ist Zeit für effek­tiv­en Kli­maschutz und echte, umfassende Klimagerechtigkeit.”

Unsere Zukunft ist nicht verhandelbar

Fridays For Future streikt während Koalitionsverhandlungen in Münster und Berlin

Am morgi­gen Fre­itag, den 22. Okto­ber 2021, find­et in Berlin der näch­ste glob­ale Kli­mas­treik von Fri­days for Future unter dem Mot­to #IhrLasstUnsKeineWahl statt. Dieser ist Teil der Aktion­stage „Gerechtigkeit jet­zt“. Auch aus Mün­ster reist eine Gruppe Unterstützer*innen nach Berlin. Start der Demon­stra­tion in Berlin ist 12.00 Uhr vor dem Bran­den­burg­er Tor. Gle­ichzeit­ig find­et in Mün­ster eine Sol­i­dar­ität­skundge­bung statt. Der Demon­stra­tionszug wird um 15.00 Uhr am Haupt­bahn­hof begin­nen und an den Mün­ster­an­er Parteizen­tralen von SPD, Grü­nen, CDU und FDP ent­lang zum LWL-Muse­um führen.

„Nach Abschluss der Sondierungs­ge­spräche in der ver­gan­genen Woche und der mit­tler­weile erfol­gten Zus­tim­mung aller beteiligten Parteien zur Auf­nahme von Koali­tionsver­hand­lun­gen ist lei­der klar: Es wird weit­er­hin den Druck von der Straße brauchen, um die ver­ant­wortlichen Politiker*innen zum Ergreifen der für eine echte Klim­agerechtigkeit­spoli­tik erforder­lichen Maß­nah­men zu ermuti­gen.“, erläutert Vin­cent Heitzer von der Orts­gruppe Mün­ster von Fri­days for Future.

„Prob­lema­tis­ch­er als das, was im Sondierungspa­pi­er ste­ht, ist das, was dort eben nicht zu find­en ist: Eine Poli­tik, die sich ern­sthaft und umfassend an dem für Deutsch­land zur Ein­hal­tung der Ziele von Paris verbleiben­den CO2-Rest­bud­get ori­en­tiert. Es fehlt ins­beson­dere an einem verbindlichen Kohleausstieg bis 2030, dem Ausstieg aus dem eben­falls fos­silen Energi­eträger Erdgas, ein­er umfassenden Mobil­itätswende und der tat­säch­lichen Berück­sich­ti­gung der glob­alen Ver­ant­wor­tung Deutsch­lands zur weltweit­en Zusam­me­nar­beit zur Reduzierung von Treib­haus­gasen.“, ergänzt Stef­fen Lam­brecht, der sich eben­falls bei FFF Mün­ster engagiert.

Car­la Bardehle schließt an: „Unsere Zukun­ft ist nicht ver­han­del­bar! Das Sondierungspa­pi­er zeigt jedoch, dass der Kli­makrise noch immer nicht die Bedeu­tung und Dringlichkeit eingeräumt wird, die nötig ist. Es gilt, in den Koali­tionsver­hand­lun­gen hier drin­gend und umfassend nachzu­ver­han­deln, um Deutsch­land auf den 1,5°C‑Pfad zu brin­gen. Noch ist es nicht zu spät. Wir bleiben laut, denn es geht um unser aller Zukun­ft! Schließt Euch uns an, mor­gen 15.00 Uhr am Hauptbahnhof.“

Über 1.000 Menschen — Zwei Demos – Ein Appell

Fridays for Future Auftakt vor der Bundestagswahl

Um 14 Uhr startete am heuti­gen Fre­itag, den 25.06.2021 unser zweit­er Kli­mas­treik in diesem Jahr. Über 1.000 Men­schen beteiligten sich unter dem Mot­to „Kli­maschutz ist Men­schen­recht“ an der Demo. Mit zwei Demon­stra­tionszü­gen, ein­er Laufde­mo und ein­er Fahrrad­de­mo, zogen wir gemein­sam durch die Stadt. Zur Abschlusskundge­bung mit Reden, Slam Poet­ry und Msik u.a. von der Mün­ster­an­er Pop-Rock-Band Red Ivy war der Schloss­platz voll.

Jet­zt haben wir noch die Möglichkeit die Zukun­ft frei zu gestal­ten und drama­tis­che Kli­makatas­tro­phen abzuwen­den. Je länger wir warten, desto weniger Möglichkeit­en zum Han­deln haben wir. Wir alle, jed­er und jede Einzelne von uns, müssen deshalb anfan­gen unsere Grun­drechte auch für die Zukun­ft einzufordern.“

Aus der Rede von Lara Zoske, Aktivistin von Fri­days for Future Mün­ster, bei der Abschlusskundge­bung am Schloss.

Wir gehen auf die Straße für eine klim­agerechte Welt, dafür, dass inter­diszi­plinäre wis­senschaftliche Erken­nt­nisse endlich in Han­deln über­set­zt wer­den! Wir erin­nern Regierun­gen und Unternehmen daran, dass sie einen Plan für 1,5 Grad brauchen, um das Paris­er Kli­maabkom­men einzuhalten.“

Timo Kei­th, Mit­glied bei Fri­days for Future Münster.

Mit­tel­fristig gefährdet die Kli­makrise alle Men­schen­rechte auf der ganzen Welt. Zuerst lei­den die bere­its jet­zt glob­al mar­gin­al­isierten und mehrfach diskri­m­inierten Men­schen unter den Fol­gen der Kli­makrise. Diese Kli­mafol­gen kön­nen wir schon heute beobacht­en. Ein Ver­sagen im Kampf gegen den Kli­mawan­del ist eine Form von Diskri­m­inierung und stellt damit selb­st eine weitre­ichende Men­schen­rechtsver­let­zung dar.“

Aus der Rede von Julia Bökel­mann von Amnesty Inter­na­tion­al Mün­ster beim Klimastreik

Wir bedanken uns bei allen Demon­stri­eren­den und rufen alle Men­schen dazu auf, mit auf die Straße zu gehen. Jede einzelne Per­son kann durch Protest und/oder Wahlentschei­dun­gen etwas bewirken. Unser Druck auf der Straße ist essen­tiell, um eine gerechte Poli­tik zu erkämpfen.

Wir machen wieder jeden Fre­itag Aktio­nen. Bei der Mah­nwache am 02.07.2021 von 14 bis 16 Uhr am Rathaus verkün­den wir den Ter­min für den inter­na­tionalen Kli­mas­treik im Sep­tem­ber vor der Bun­destagswahl. Außer­dem kön­nt ihr euch unser neues Mobi­ma­te­r­i­al (Plakate, Fly­er und Stick­er) mit­nehmen. Für den deutsch­landweit­en Zen­tral­streik am 13.08.2021 in Frank­furt am Main pla­nen wir eine gemein­same Anfahrt — hal­tet euch den Ter­min frei. Ein großer Kli­mas­treik vor der Bun­destag­wahl im Sep­tem­ber, bei dem wir „Gemein­sam für’s Kli­ma“ auf die Straße gehen wer­den, ist schon jet­zt in Vorbereitung.

Klimaschutz ist Menschenrecht — Klimastreik am 25. Juni

Nach über 2 Jahren Kli­mas­treiks häufen sich nun Gericht­surteile zugun­sten von Klimakläger*innen: Das Bun­desver­fas­sungs­gericht verpflichtete die Bun­desregierung zur Nachbesserung des Kli­maschutzge­set­zes, ein Gericht in Den Haag den Ölkonz­ern Shell zu erhöht­en Kli­mazie­len, und die Regierung des Kohle­ex­port­lands Aus­tralien wurde dazu verpflichtet, die Men­schen vor Kli­maschä­den zu schützen. Über 1.500 weit­ere Kli­mak­la­gen sind weltweit anhängig.

Wir sehen, dass bish­er zu wenig passiert ist. Jet­zt müssen sog­ar schon Gerichte die Regierun­gen und Unternehmen zu aus­re­ichen­dem Kli­maschutz verpflicht­en! Die Urteile bestärken unsere Forderun­gen nach Klimagerechtigkeit!”

Marek Blanke von Fri­days for Future Münster

Klim­agerechtigkeit gibt es nur, wenn wir es schaf­fen, das in Paris vere­in­barte 1,5‑Grad-Ziel einzuhal­ten. Dazu müssen heute die Weichen in Unternehmen, Rathäusern und Regierun­gen für ein schnelles Ende des fos­silen Zeital­ters gestellt werden!”

Lara Zoske von Fri­days for Future Münster

Deshalb find­et der näch­ste Kli­mas­treik in Mün­ster am 25. Juni 2021 statt. Für Klim­agerechtigkeit und das Men­schen­recht auf Kli­maschutz geht Fri­days for Future drei Monate vor der Bun­destagswahl auf die Straße und zeigt, dass sie genau hin­schauen. Deutsch­land muss inner­halb der näch­sten 15 Jahre kli­ma­neu­tral wer­den, um die Erder­hitzung möglichst auf 1,5 Grad zu begren­zen und in Mün­ster muss dazu der Beschluss zur Kli­ma­neu­tral­ität bis 2030 umge­set­zt werden.

Der Kli­mas­treik am 25.06. begin­nt um 14 Uhr. Fri­days for Future Mün­ster lädt alle Men­schen aus Mün­ster und dem Umland, egal ob groß oder klein, jung oder alt, zum Kli­mas­treik ein. Geplant sind zwei Demon­stra­tionszüge: Eine Laufde­mo vom Prinzi­pal­markt durch die Innen­stadt zum Schloss­platz sowie eine Fahrrad­de­mo mit Start und Ziel Schloss­platz. Bei­de Demos starten um 14 Uhr und enden mit ein­er gemein­samen Abschlusskundge­bung am Schloss­platz. Teil­nehmende soll­ten darauf acht­en, 1,5m Abstand zu anderen Teil­nehmenden einzuhal­ten und müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Wir gehen für Klim­agerechtigkeit auf die Straße. Ein­er­seits muss heute mehr getan wer­den, um uns als jün­gere Gen­er­a­tio­nen vor den Fol­gen der Kli­makrise zu schützen. Aber wir schließen uns auch dem Kampf der schon heute am meis­ten von der Kli­makrise betrof­fene Men­schen für eine klim­agerechte Zukun­ft an. Gemein­sam fordern wir eine lebenswerte, gerechte Welt, in der kein Men­sch auf Grund von zum Beispiel Herkun­ft, Geschlecht oder Reli­gion Ungerechtigkeit erfährt.”

Mar­lena Grab zur Moti­va­tion von Fri­days for Future

Außer­dem kön­nen sich Streik­ende und Umweltaktivist*innen schon jet­zt auf einen weit­eren großen Kli­mas­treik in Mün­ster kurz vor der Bun­destagswahl freuen. Weit­ere Infor­ma­tio­nen folgen.

Straßenausbau stoppen — Verkehrswende einleiten!

Fri­days for Future Mün­ster beobachtet mit Entset­zen, dass in Mün­ster und darüber hin­aus ungeachtet der Fol­gen für die Treib­haus­gase­mis­sio­nen, weit­er­hin Aus­bau beson­ders von Bun­des­fern­straßen im großen Stil vor­angetrieben wird. Die kür­zlich begonnenen ersten Baum­fäl­lar­beit­en zur Vor­bere­itung des sechsspuri­gen Aus­baus der A1 im Süden Mün­sters zeigen dabei die dop­pelte Schädlichkeit dieser Verkehrspoli­tik: „Es wer­den Bäume gefällt, die wir drin­gend als CO2-Spe­ich­er erhal­ten müssen, um Straße­naus­bau zu betreiben, der mehr Verkehr und mehr Emis­sio­nen erzeugt“ kri­tisiert Sophia Kegel von Fri­days for Future Mün­ster „das ist eine klimapoli­tis­che Geisterfahrt“.

Ähn­lich ver­hält es sich mit dem umstrit­te­nen Aus­bau der B51 nach Tel­gte und Waren­dorf, der zwar von den Räten der Städte Mün­ster und Tel­gte klar abgelehnt wird, mit dem die Stadtver­wal­tung und Straßen.NRW aber nach wie vor liebäugeln. Der vier­spurige, auto­bah­nar­tige Aus­bau der B51 würde neben zahlre­ichen Bäu­men auch gle­ich zwei drin­gend benötigte ökol­o­gisch sin­nvolle Verkehr­swege sabotieren: Die schnelle, direk­te Rad­verbindung von Tel­gte nach Mün­ster und den zwei­gleisi­gen Aus­bau der bish­er quälend langsamen Region­al­bahn 67 von Mün­ster nach Bielefeld.

Wenn wir unsere Kli­maziele ernst nehmen, kön­nen wir nicht weit­er Straßen für Autos auf­grund erwarteter Verkehrszu­nahme auszubauen, während für Fahrrad­straßen oder Rad­schnell­we­gen ein gewiss­es vorhan­denes Rad­verkehrsaufkom­men Voraus­set­zung ist“ so Stef­fen Lam­brecht, ein­er der Aktivis­ten von Fri­days for Future. „Wer Straßen sät, wird mehr Autoverkehr ern­ten – das weiß die Verkehr­swis­senschaft seit Jahrzehnten“.

Um diese Pro­jek­te wird es in Mün­ster beim glob­alen Kli­mas­treik am 19. März unter anderem gehen. Dazu ruft Fri­days for Future Mün­ster zu ein­er Fahrrad­de­mo auf, deren Route auch über die B51 führen soll. Beginn ist am Schloss um 14 Uhr.

Streiken wirkt — Freude über die neue Koalition

Nach let­zten Diskus­sio­nen und Nachver­hand­lun­gen haben die Ratsvertreter*innen von SPD, Volt und den Grü­nen dem Koali­tionsver­trag nun zuges­timmt. Geben die Parteim­it­glieder am Don­ner­stag grünes Licht, dann ist es offiziell: die neue Koali­tion des Mün­ster­an­er Stad­trates ist Grün-Rot-Vio­lett.  Fri­days for Future Mün­ster zeigt sich über die Eini­gung der drei Parteien sehr erfreut: „Die näch­sten fünf Jahre sind entschei­dend für die Klimapoli­tik in Mün­ster. Die Weichen für ein kli­ma­neu­trales Mün­ster bis 2030 müssen jet­zt schnell­st­möglich gestellt wer­den. Wir erwarten von dieser neuen Koali­tion deut­lich kli­mafre­undlichere Poli­tik als bish­er.” so Marek Blanke, Mitor­gan­isator der Bewegung.

Auch Mar­lena Grab, eben­falls Mit­glied des Organ­i­sa­tion­steams, freut sich über den frischen Wind im Stad­trat: „Die Maß­nah­men und Ziele die sich im Koali­tionsver­trag zum Kli­maschutz find­en, set­zen die Rah­menbe­din­gun­gen für einen Par­a­dig­men­wech­sel in der aktuellen Ratspe­ri­ode. Wir sehen das als Bestä­ti­gung dafür, dass unsere Kli­mas­treiks zu ein­er gestiege­nen Aufmerk­samkeit für Klimapoli­tik und zu anderen Wahlergeb­nis­sen führen. Umso entschlossen­er und motiviert­er sind wir jet­zt, auch in diesem Jahr weit­er für Klim­agerechtigkeit einzuste­hen, damit Mün­ster und Deutsch­land das Paris­er Kli­maabkom­men einhalten.“

Erst kür­zlich hat­te die Orts­gruppe angekündigt, sich am 19.3. mit ein­er Aktion am näch­sten glob­alen Kli­mas­treik zu beteili­gen. Wie genau diese ausse­hen soll, lassen die Aktivist*innen aber noch offen: „Als eine wis­senschaft­sori­en­tierte Bewe­gung wer­den wir es von den aktuellen Infek­tion­szahlen und dem Ver­lauf der Coro­na-Pan­demie abhängig machen, wie wir unseren Protest zum Aus­druck brin­gen.“ sagt Aktivist Paul Opper­mann. Und er merkt auch an: „Wir wer­den die Mit­glieder der Koali­tion an ihren Tat­en und nicht an ihren Ver­sprechen messen und ihre Arbeit der kom­menden Jahre aufmerk­sam begleit­en. Es gilt nun, entschlossen zu han­deln und den Mut zu haben, neue Wege zu gehen und alte, obso­lete Gewohn­heit­en abzule­gen. Nur so lässt sich echter Kli­maschutz umset­zen. Für diesen Prozess wün­schen wir den drei Parteien alles Gute!“