DER KOALITIONSVERTRAG IST NICHT 1,5‑GRAD-KOMPATIBEL

 Der Koali­tionsver­trag der neuen Bun­desregierung ste­ht. Nach­dem dieser von den drei beteiligten Parteien SPD, Bünd­nis 90/Die Grü­nen und FDP bestätigt wurde, soll Olaf Scholz nun am 8.12.2021 zum neuen Bun­deskan­zler gewählt wer­den. Danach wird die soge­nan­nte Ampel-Koali­tion ihre Arbeit aufnehmen. 

Nach­dem Fri­days for Future sich bere­its vor der Bun­destagswahl für mehr Kli­maschutz in der neuen Leg­is­laturpe­ri­ode einge­set­zt hat­te, ver­fol­gten die Aktivist*innen auch die Koali­tionsver­hand­lun­gen mit regem Inter­esse. „In den näch­sten vier Jahren wird sich entschei­den, ob Deutsch­land seinen Beitrag dazu leis­ten wird, die Erder­wär­mung auf 1,5°C zu beschränken, oder nicht. In den darauf fol­gen­den Leg­is­laturpe­ri­o­den kann das Rud­er bei vorheriger Untätigkeit nicht mehr herumgeris­sen wer­den“ erk­lärt Judith Hoelsch­er, Aktivistin bei Fri­days for Future. „Deshalb waren wir sehr ges­pan­nt auf die Ergeb­nisse der Koali­tionsver­hand­lun­gen und haben diese kri­tisch begleit­et. Lei­der muss man sagen, dass die Ziele der neuen Regierung nicht aus­re­ichen, um das Paris­er Kli­maabkom­men einzuhal­ten. Sicher­lich sind sie deut­lich engagiert­er als die Vorhaben der let­zten Koali­tion aus CDU und SPD, aber wenn Robert Habeck sagt, mit dem Koali­tionsver­trag wäre man auf dem 1,5‑Grad-Pfad, dann ist das schlicht und ergreifend falsch.“ 

Eine Studie der Berlin­er Hochschule für Tech­nik und Wirtschaft unter Leitung des Pro­fes­sors Volk­er Quaschn­ing hat­te gezeigt, dass die geplanten Maß­nah­men der Ampel zwar für ein Erre­ichen der Kli­ma­neu­tral­ität Deutsch­lands bis 2045 reichen kön­nten, wie die Regierung es sich zum Ziel geset­zt hat, aber nicht für die Ein­hal­tung des Paris­er Abkom­mens. Deut­lich engagiert­ere Pläne im Verkehrssek­tor, im Bere­ich der erneuer­baren Energien, ein entsch­iedener­er Abbau kli­maschädlich­er Sub­ven­tio­nen und weit­ere Maß­nah­men wären nötig, damit dieses einge­hal­ten wer­den kön­nte. Bis spätestens 2035 müsste Deutsch­land kli­ma­neu­tral sein, um seinen Beitrag zur Ein­hal­tung der 1,5‑Grad-Grenze zu leis­ten. Vin­cent Heitzer, Mitor­gan­isator der Bewe­gung macht deut­lich: „Wir haben uns mehr erhofft.  Zwar begrüßen wir, dass kleinere Verän­derun­gen zur vorheri­gen Regierung durch den jahre­lan­gen Druck von der Straße möglich gewor­den sind, den­noch gibt es zahlre­iche Schwach­stellen im Koali­tionsver­trag.“ Weit­er erk­lärt er: „Bere­its die Tat­sache, dass die Koali­tion weit­er­hin an dem Ziel fes­thal­ten will, dass Deutsch­land erst im Jahr 2045 kli­ma­neu­tral wird, obwohl zahlre­iche renom­mierte Wissenschaftler*innen errech­net haben, dass dies nicht mit dem Paris­er Abkom­men vere­in­bar ist, zeigt uns, dass schein­bar einige der Wahlkampfver­sprechen schon jet­zt in Vergessen­heit ger­at­en sind. Noch im Wahlkampf hat­ten sich alle demokratis­chen Parteien aus­drück­lich zum Paris­er Kli­maabkom­men bekan­nt. Und mit der For­mulierung, dass der Kohleausstieg „ide­al­er­weise“ bere­its 2030 erfol­gen solle, hat die neue Regierung sich ein Schlupfloch gebaut, beizeit­en wieder zurück­zu­rud­ern und länger kli­maschädliche Kohle zu fördern.” Aktivistin Sophia Kegel ergänzt: “In den ver­gan­genen Wochen haben wir gese­hen, dass die Ampel auch auf die Coro­n­akrise nicht entsch­ieden genug reagiert und wis­senschaftliche Erken­nt­nisse in poli­tis­ches Han­deln gegossen hat — vor dem Hin­ter­grund dieser poli­tis­chen Präferen­zlage, die weit­er­hin den kurzfristi­gen wirtschaftlichen Prof­it von weni­gen über den Schutz von Men­sch und Umwelt stellt, erwarten wir weit­er­hin nicht, dass die Poli­tik aus sich selb­st her­aus die Kli­makatas­tro­phe eindäm­men kann und will. Spätestens jet­zt ist klar: auch unter der neuen Regierung müssen und wer­den wir weit­er­hin für die Ein­hal­tung des 1.5°C‑Ziels kämpfen.“

Ende der COP26: Es bleibt viel zu tun

In den let­zten zwei Wochen fand in Glas­gow die COP26 statt. Regierungsvertreter*innen der ganzen Welt haben sich getrof­fen um über die weltweit­en Maß­nah­men zur Eindäm­mung des Kli­mawan­dels zu sprechen. Die in Glas­gow beschlosse­nen  Maß­nah­men gehen vie­len, unter anderem auch Fri­days For Future, jedoch nicht weit genug.

Bei der COP26 hörten wir viele Reden zur Dringlichkeit und Bedeu­tung der Bekämp­fung des Kli­mawan­dels. Wir begrüßen natür­lich grund­sät­zlich, dass die Trag­weite der Kli­makrise anerkan­nt wird und die ver­ant­wortlichen Politiker*innen endlich die Ein­leitung der erforder­lichen Maß­nah­men fordern. Einige der bei der COP26 vorgestell­ten Ini­tia­tiv­en und Maß­nah­men stellen auch zweifels­frei einen Fortschritt dar. Allerd­ings greifen viele der Maß­nah­men erst in mehreren Jahren. Das ist viel zu spät, um der Kli­makrise Herr zu wer­den. Die Folge wird sein, dass wir das 1,5‑Grad-Ziel nicht ein­hal­ten wer­den und die Kli­makrise immer weit­er eskalieren wird. Die Fol­gen wären drama­tisch, nicht nur in fern­er Zukun­ft oder anderen Teilen der Erde, son­dern auch bei uns — etwa in Form ein­er Zunahme von Extremwet­ter­ereignis­sen wie Dür­ren oder Über­schwem­mungen, wie wir sie in den ver­gan­genen Jahren immer wieder beobacht­en kon­nten. Gle­ichzeit­ig müssen wir uns bewusst sein, dass die Kli­makrise die Men­schen des sog. glob­alen Südens oft­mals beson­ders früh und hart trifft. Da die Fol­gen der Kli­makrise all­ge­gen­wär­tig und seit Jahrzehn­ten bekan­nt sind, sind wir umso ent­täuschter, dass die COP26 hin­ter ihren Auf­gaben zurück­bleibt.

Vin­cent Heitzer von Fri­days for Future Münster

Darüber hin­aus bemän­gel­ten viele Klimaaktivist*innen den weit­ge­hen­den Auss­chluss von Repräsentant*innen der beson­ders  vom Kli­mawan­del betrof­fe­nen Län­der, auch MAPA (Most Affect­ed Peo­ple and Areas) genan­nt. Diese kon­nten durch nicht aus­re­ichen­den Zugang zu Impf­stof­fen, Visa oder verän­derten Reisebes­tim­mungen nicht zur COP26 anreisen.

Es kann nicht sein, dass bei ein­er Kon­ferenz von so immenser Bedeu­tung die Men­schen, die am stärk­sten vom Kli­mawan­del betrof­fen sind, so unter­repräsen­tiert sind. So eine exk­lu­sive Kon­ferenz darf auf keinen Fall als die inklu­sivste COP der Geschichte beze­ich­net wer­den, wie Bor­ris John­son es tat. Das Ignori­eren der Betrof­fe­nen und das Schönre­den der eige­nen unzure­ichen­den Maß­nah­men zeigt, dass diese Kon­ferenz in großen Teilen auch der Selb­st­darstel­lung der Indus­tri­es­taat­en dient. Denn wieder ein­mal bleiben echte Hand­lungsstrate­gien für soziale, weltweite Klim­agerechtigkeit auf der Strecke. Übrig bleibt der bit­tere Beigeschmack von viel heißer Luft um nichts.”

Judith Hölsch­er, eben­falls bei Fri­days for Future Mün­ster aktiv. 

Neben den bere­its genan­nten Män­geln dieser Kon­ferenz ist auch die neue Abschlusserk­lärung der Kon­ferenz den Vertreter*innen der lokalen Fri­days for Future Orts­gruppe zu schwach, da es, aus Sicht der Aktivist*innen, den Staat­en zu viel Spiel­raum bietet und ein Han­deln frei­willig mache. 

Wir sind maß­los von der diesjähri­gen COP ent­täuscht wor­den! Nach 3 Jahren des Protestes und 6 Jahre nach dem Beschluss des Paris­er Kli­maabkom­mens ist eine solch schwache COP ein regel­rechter Ver­rat an der Men­schheit und beson­ders dem glob­alen Süden (MAPA). Die bere­its jet­zt spür­bar existierende Kli­makrise darf nicht länger wie eine Bedro­hung der fer­nen Zukun­ft behan­delt wer­den, son­dern muss als das zen­trale Prob­lem der derzeit auf dem Plan­eten leben­den Men­schen wahrgenom­men wer­den. Genau das ist jedoch auf der COP 26 nicht passiert, und auch in dem Abschluss­bericht dieser Kon­ferenz nicht erkennbar. Die Abschlusserk­lärung verpflichtet die Staat­en nicht direkt zum Han­deln, zur verbindlichen Vor­nahme der erforder­lichen Maß­nah­men, son­dern gibt ihnen mehr oder weniger freie Hand!

Marek Blanke, Teil der Mün­ster­an­er Orts­gruppe von Fri­days for Future

Der Weg zu echter, umfassender Klim­agerechtigkeit ist noch lang und es bleibt viel zu tun. Glas­gow war zwar ein Fortschritt, brachte aber nicht den Durch­bruch, der im Jahr 2021 notwendig wäre. Fri­days for Future wird weit­er auf die Straße gehen, um die ver­ant­wortlichen Politiker*innen an ihre Ver­sprechen zu erin­nern und endlich zum erforder­lichen Han­deln zu bewegen.

Wir streiken, bis ihr handelt! Ankündigung der Fahrraddemo in Münster am 12. November

Fri­days for Future geht weit­er auf die Straße. Während in Berlin SPD, Grüne und FDP über die Bil­dung der neuen Koali­tion ver­han­deln, find­et im schot­tis­chen Glas­gow die diesjährige UN-Kli­makon­ferenz (COP26) statt. Staats- und Regierungschef*innen bzw. ihre Unterhändler*innen tre­f­fen sich unter Beobach­tung und kri­tis­ch­er Begleitung von Expert*innen und zivilge­sellschaftlichen Bünd­nis­sen und Organ­i­sa­tio­nen, um inter­na­tionale Kli­maschutzbe­mühun­gen zu koordinieren. 

In den let­zten Tagen wur­den immer wieder einzelne Ini­tia­tiv­en von Staat­en oder Unternehmen öffentlichkeitswirk­sam vorgestellt. Unter diesen Ini­tia­tiv­en find­en sich zwar einige gute Ansätze, sie reichen in der Summe aber bei weit­em nicht aus, um die Welt endlich auf einen 1,5‑Grad Pfad zu brin­gen. Zugle­ich wer­den alle Ver­sprechen dieser Welt die Kli­makrise nicht aufhal­ten kön­nen. Den vie­len Worten müssen jet­zt endlich Tat­en fol­gen.”, fordert Hen­ri­ette Pollmeier von Fri­days for Future Mün­ster. Dabei drängt die Zeit. Sechs Jahre nach Paris ist noch viel zu wenig passiert.

Die reichen Staat­en dieser Erde, zu denen auch Deutsch­land gehört, ste­hen bei der Bekämp­fung der Kli­makrise beson­ders in der Pflicht.  His­torisch betra­chtet ist Deutsch­land der viert­größte Emit­tent von Treib­haus­gasen (BMU, Kli­maschutz in Zahlen, 2021). Deshalb trägt Deutsch­land zusam­men mit den anderen Indus­tri­es­taat­en in beson­derem Maße die Ver­ant­wor­tung für diese glob­ale Krise. Die Fol­gen der fortschre­i­t­en­den Erder­wär­mung tre­f­fen hinge­gen vor allem die Län­der des sog. glob­alen Südens beson­ders früh und hart. Ihnen fehlen oft – ins­beson­dere auf­grund jahrhun­derte­langer Aus­beu­tung während und nach dem impe­ri­alen Kolo­nial­is­mus – die notwendi­gen Ressourcen für den erforder­lichen Umbau und die Kli­mafol­gen­bekämp­fung. Mit der glob­alen Erwär­mung geht also auch eine Men­schen­rechts- und Gerechtigkeit­skrise ein­her. Die reichen Indus­tri­es­taat­en haben fol­glich zwei große Auf­gaben zu erfüllen: Ein­er­seits müssen sie ihre eigene Poli­tik kon­se­quent an einem 1,5‑Grad kon­for­men CO2-Rest­bud­get aus­richt­en. Außer­dem müssen sie ihre Ver­sprechen von Paris endlich umset­zen und die ärmeren Staat­en bei der Bekämp­fung der Fol­gen der Kli­makrise finanziell unterstützen.

Gle­ichzeit­ig ist es vie­len Vertreter*innen aus Län­dern des glob­alen Südens wegen Visa- und Akkred­i­tierung­sprob­le­men, fehlen­dem Zugang zu Covid-19-Impf­stof­fen und verän­derten Reisebes­tim­mungen nicht möglich, in diesem Jahr nach Glas­gow zur COP26 zu reisen. Dabei braucht es ihre Stim­men für eine effek­tive Bekämp­fung der Kli­makrise und die Gestal­tung des Weges zu echter Klim­agerechtigkeit.“, erk­lärt Vin­cent Heitzer, Teil der Mün­ster­an­er Orts­gruppe von Fri­days for Future. 

Wir streiken, bis ihr han­delt!”. Um den Druck auf die Ver­ant­wortlichen in Berlin, Düs­sel­dorf und über­all auf dem Globus aufrechtzuer­hal­ten und sie an ihre Ver­sprechen zu erin­nern, geht Fri­days for Future Mün­ster auch an diesem Fre­itag (12.11.2021) wieder auf die Straße. Start­punkt der Fahrrad­de­mo durch Mün­ster ist der Dom­platz um 15 Uhr. Am Ende der Demon­stra­tion wird es eine Abschlusskundge­bung in der Stuben­gasse geben. 

Große Aufgaben für die COP26

Heute begin­nt in Glas­gow die 26. UN-Kli­makon­ferenz (COP26). Delegierte aus 197 Staat­en und Staaten­bünd­nis­sen (bspw. der EU) sollen hier in den näch­sten zwei Wochen maßge­bliche Leit­entschei­dun­gen für inter­na­tionale Kli­maschutzbe­mühun­gen disku­tieren und erarbeiten. 

Dabei drängt die Zeit. Schon jet­zt liegt die glob­ale Erwär­mung im Ver­gle­ich zum vorindus­triellen Zeital­ter bei 1,2 Grad. Die Hand­lungsspiel­räume wer­den klein­er und klein­er. Zeit ist ein­er der entschei­den­den Fak­toren in der Bekämp­fung der Kli­makrise. Rund sechs Jahre nach dem Paris­er Kli­maabkom­men stellt sich daher die Frage, wo wir derzeit stehen. 

Unmit­tel­bar nach Paris haben ver­schiedene Län­der Kli­maschutzziele for­muliert. Wären diese Ziele so umge­set­zt wor­den, würde uns eine glob­ale Erwär­mung von rund 3–4 Grad im Ver­gle­ich zum vorindus­triellen Zeital­ter dro­hen — mit drama­tis­chen, exis­ten­ziellen Fol­gen für Men­schen, Tiere und Umwelt. Seit­dem haben viele Staat­en immer weit­er nachgebessert. Die Gründe hier­für sind sicher­lich vielfältig. Sie liegen etwa in der sich vor unseren Augen immer weit­er ver­schär­fend­en Kli­makrise, aber auch in den anhal­tenden zivilge­sellschaftlichen Protesten durch Fri­days for Future und weit­ere Bünd­nisse. Basierend auf den aktuellen Plä­nen der einzel­nen Staat­en steuern wir heute noch immer auf eine Erder­wär­mung von etwa 2 Grad zu — und dies set­zt voraus, dass die Ver­sprechun­gen tat­säch­lich einge­hal­ten wer­den. Lei­der müssen wir jedoch beobacht­en, dass weltweit nicht die erforder­lichen Maß­nah­men ergrif­f­en wer­den, um die eige­nen Kli­maziele einzuhalten. 

Auf­gabe der COP26 ist, hier drin­gend nachzubessern und Mech­a­nis­men zu erar­beit­en, um Staat­en zur For­mulierung pariskon­former Kli­maziele und der Ein­hal­tung ihrer eige­nen Ziele zu bewe­gen. “Ja, es braucht endlich ambi­tion­iert­ere Kli­maziele. Bei leeren Ver­sprechun­gen darf es aber nicht bleiben. Den Worten müssen Tat­en fol­gen! Es ist unser aller Zukun­ft, um die es geht.”, fordert Zita Brune, von Fri­days for Future Münster. 

Die gegen­wär­tige Krise ist jedoch nicht nur eine Kli­makrise, sie ist auch eine Gerechtigkeits- und Men­schen­recht­skrise. Unter den Fol­gen der glob­alen Erwär­mung lei­den bere­its jet­zt in beson­derem Maße mar­gin­al­isierte und mehrfach diskri­m­inierte Men­schen. Dabei trifft es die Staat­en des sog. glob­alen Südens beson­ders hart. Ihnen fehlen oft die notwendi­gen Ressourcen für den erforder­lichen Umbau und die Kli­mafol­gen­bekämp­fung. Daher wurde im Paris­er Kli­maabkom­men vere­in­bart, dass diese Staat­en bei ihren Kli­maschutzbe­mühun­gen inter­na­tion­al unter­stützt wer­den sollen. Die Pläne sahen vor, dass im Zeitraum von 2020 bis 2025 jährlich 100 Mrd. Dol­lar für den erforder­lichen Wan­del bere­it­gestellt wer­den soll­ten. Allerd­ings wer­den diese Ver­sprechen von den reichen (Industrie-)Staaten bis heute nicht erfüllt. Dabei sind sie es, die his­torisch und heute in beson­derem Maße die Ver­ant­wor­tung für die Kli­makrise tra­gen. Allein die G20-Staat­en sind für etwa 78 % der jährlichen glob­alen Emis­sio­nen verantwortlich. 

Auch hier muss nun in Glas­gow drin­gend nachgebessert wer­den. Stef­fen Lam­brecht von FFF Mün­ster erk­lärt: “Der erforder­liche glob­ale Wan­del kann nur gemein­sam erfol­gre­ich sein. Beste­hende glob­ale Ungerechtigkeit­en müssen mitgedacht und gezielt abge­baut wer­den. Es ist Zeit für effek­tiv­en Kli­maschutz und echte, umfassende Klimagerechtigkeit.”

Mahnwache mit Greenpeace für Klimagerechtigkeit und Abrüstung

Am Woch­enende (19./20.06.21) hält das Green­peace-Schiff Bel­u­ga II im Rah­men ein­er bun­desweit­en Fluss­tour im Hafen von Mün­ster, um über deutsche Waf­fen­ex­porte zu informieren. Im Rah­men der wöchentlichen Fre­itags-Mah­nwache am 18.06.21 von 14 bis 16 Uhr vor dem Rathaus wer­den wir gemein­sam mit Green­peace Mün­ster für Abrüs­tung demonstrieren.

Sowohl Waf­fen­ex­porte und als auch CO2-Emis­sio­nen der reichen Län­der führen dazu, dass viele Gebi­ete der Welt unbe­wohn­bar wer­den. Für die glob­ale Gerechtigkeit fordern wir, dass bei­des gestoppt wird. Damit auch die Men­schen in Kriegs- und Krisen­ge­bi­eten und in den von der Kli­makrise beson­ders betrof­fe­nen Gebi­eten in ein­er friedlichen und ökol­o­gisch intak­ten Welt leben können.“

Swin­da Langes­traß, Organ­isatorin bei Fri­days for Future Münster

Neben Rede­beiträ­gen, Musik und Infor­ma­tion wer­den wir bei der Mah­nwache auch Plakate und Stick­er für den kom­menden Kli­mas­treik verteilen. Es ist die let­zte Mah­nwache, bevor am Fre­itag, den 25. Juni 2021 unser großer Kli­mas­treik stat­tfind­et, für den zwei Demon­stra­tionszüge geplant sind: Eine Laufde­mo vom Prinzi­pal­markt durch die Innen­stadt zum Schloss­platz sowie eine Fahrrad­de­mo mit Start und Ziel Schloss­platz. Bei­de Demon­stra­tionszüge starten um 14 Uhr und enden mit ein­er gemein­samen Abschlusskundge­bung am Schloss­platz. Teil­nehmende soll­ten darauf acht­en, 1,5m Abstand zu anderen Teil­nehmenden einzuhal­ten und müssen einen Mund-Nasen-Schutz tra­gen. Der Kli­mas­treik ste­ht unter dem Mot­to “Kli­maschutz ist Men­schen­recht” — angelehnt an die Urteile ver­schieden­er Gerichte, mit welchen Unternehmen und Regierun­gen zu mehr Kli­maschutz verpflichtet werden.

Außer­dem kön­nen sich Streik­ende und Umweltaktivist*innen schon jet­zt auf einen weit­eren großen Kli­mas­treik in Mün­ster kurz vor der Bun­destagswahl freuen. Weit­ere Infor­ma­tio­nen folgen.

Umweltpreis für 25.000 Klimastreikende

Wir feiern unsere Erfolge und kündi­gen weit­ere gemein­same Streiks an

Wir freuen uns als gesamte For-Future-Fam­i­lie über die Ausze­ich­nung mit dem Umwelt­preis der Stadt Mün­ster und bedanken uns bei allen Unterstützer*innen und Mit­streik­enden. Wir grat­ulieren auch den anderen Preisträger*innen.

Der Umwelt­preis geht nicht allein an Fri­days for Future Mün­ster, son­dern auch an die Orts­grup­pen von Par­ents, Sci­en­tists, Stu­dents, Chris­tians, Archi­tects, Psy­chol­o­gists, Singing, Health, Design­ers, Teach­ers und Togeth­er for Future, die alle ein Teil der For-Future-Fam­i­lie sind. Und der Preis gilt auch allen, die in den ver­gan­genen zweiein­halb Jahren mit uns auf die Straße gegan­gen sind, unter anderem den 25.000 beim Kli­mas­treik im Sep­tem­ber 2019. Ohne die gesamte For-Future-Fam­i­lie und Mit­streik­enden wären wir nicht, wo wir heute sind!”

Swin­da Lan­gen­straß, Organ­isatorin in der For-Future-Familie

Der Umwelt­preis ist eine Anerken­nung für das, was die gesamte For-Future-Fam­i­lie gemein­sam geleis­tet hat: Für die größte Demon­stra­tion der Stadt­geschichte und für die unver­gle­ich­liche Sen­si­bil­isierung für die Kli­makrise. Der Umwelt­preis hon­ori­ert eben­falls, dass wir ent­ge­gen großer Empörung mit dem Schul­streiken ange­fan­gen haben und bei den großen Kli­mas­treiks heute ein bunter Mix aus der ganzen Gesellschaft teil­nimmt. Ohne die Streiks wären auch klimapoli­tis­che Fortschritte wie der Beschluss zur Kli­ma­neu­tral­ität bis 2030 in Mün­ster oder das Urteil des Bun­desver­fas­sungs­gerichts zum Kli­maschutzge­setz nicht vorstell­bar gewesen.

Trotz Kli­man­ot­stän­den, Ausze­ich­nun­gen wie dieser und teils 1,5°-konformen Kli­mazie­len ist die Men­schheit von der Ein­hal­tung des demokratisch beschlosse­nen Paris­er Kli­maabkom­mens immer noch weit entfernt.

Deshalb streiken wir gemein­sam weit­er und rufen zum Kli­mas­treik am 25.06. sowie im Sep­tem­ber vor der Bun­destagswahl auf. Sowohl in Rathäusern, in Unternehmen und in Regierun­gen muss endlich gehan­delt wer­den. Es ist bekan­nt, dass wir han­deln müssen. Es ist bekan­nt, wie wir das 1,5°-Ziel ein­hal­ten kön­nten. Aber uns ist auch bekan­nt, dass bish­er keine Partei ein 1,5°-konformes Wahl­pro­gramm hat!”

Matil­da Kohnen, Aktivistin bei Fri­days for Future Münster.

Wir wer­den weit­er­hin für eine gerechte 1,5°-Politik auf die Straße gehen, Druck auf Politiker*innen ausüben, fordern, dass Mün­ster bis 2030 und Deutsch­land bis 2035 kli­ma­neu­tral wer­den und dass entsprechende Maß­nah­men umge­set­zt wer­den. Wir wer­den weit­er­hin fordern, was wis­senschaftlich fundiert ist und uns sol­i­darisch hin­ter die Men­schen stellen, die schon heute am meis­ten von der Kli­makrise betrof­fen sind.”

Timo Kei­th, Aktivist bei Fri­days for Future Münster.

Mit dem Preis­geld wer­den wir weit­ere Kli­mas­treiks (bspw. Plakate, Fly­er und Bühne) finanzieren und weit­ere Pro­jek­te für eine lebenswerte und klim­agerechte Welt umsetzen.

Die näch­sten Ver­anstal­tun­gen in der For-Future-Fam­i­lie sind:

Klimaschutz ist Menschenrecht — Klimastreik am 25. Juni

Nach über 2 Jahren Kli­mas­treiks häufen sich nun Gericht­surteile zugun­sten von Klimakläger*innen: Das Bun­desver­fas­sungs­gericht verpflichtete die Bun­desregierung zur Nachbesserung des Kli­maschutzge­set­zes, ein Gericht in Den Haag den Ölkonz­ern Shell zu erhöht­en Kli­mazie­len, und die Regierung des Kohle­ex­port­lands Aus­tralien wurde dazu verpflichtet, die Men­schen vor Kli­maschä­den zu schützen. Über 1.500 weit­ere Kli­mak­la­gen sind weltweit anhängig.

Wir sehen, dass bish­er zu wenig passiert ist. Jet­zt müssen sog­ar schon Gerichte die Regierun­gen und Unternehmen zu aus­re­ichen­dem Kli­maschutz verpflicht­en! Die Urteile bestärken unsere Forderun­gen nach Klimagerechtigkeit!”

Marek Blanke von Fri­days for Future Münster

Klim­agerechtigkeit gibt es nur, wenn wir es schaf­fen, das in Paris vere­in­barte 1,5‑Grad-Ziel einzuhal­ten. Dazu müssen heute die Weichen in Unternehmen, Rathäusern und Regierun­gen für ein schnelles Ende des fos­silen Zeital­ters gestellt werden!”

Lara Zoske von Fri­days for Future Münster

Deshalb find­et der näch­ste Kli­mas­treik in Mün­ster am 25. Juni 2021 statt. Für Klim­agerechtigkeit und das Men­schen­recht auf Kli­maschutz geht Fri­days for Future drei Monate vor der Bun­destagswahl auf die Straße und zeigt, dass sie genau hin­schauen. Deutsch­land muss inner­halb der näch­sten 15 Jahre kli­ma­neu­tral wer­den, um die Erder­hitzung möglichst auf 1,5 Grad zu begren­zen und in Mün­ster muss dazu der Beschluss zur Kli­ma­neu­tral­ität bis 2030 umge­set­zt werden.

Der Kli­mas­treik am 25.06. begin­nt um 14 Uhr. Fri­days for Future Mün­ster lädt alle Men­schen aus Mün­ster und dem Umland, egal ob groß oder klein, jung oder alt, zum Kli­mas­treik ein. Geplant sind zwei Demon­stra­tionszüge: Eine Laufde­mo vom Prinzi­pal­markt durch die Innen­stadt zum Schloss­platz sowie eine Fahrrad­de­mo mit Start und Ziel Schloss­platz. Bei­de Demos starten um 14 Uhr und enden mit ein­er gemein­samen Abschlusskundge­bung am Schloss­platz. Teil­nehmende soll­ten darauf acht­en, 1,5m Abstand zu anderen Teil­nehmenden einzuhal­ten und müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Wir gehen für Klim­agerechtigkeit auf die Straße. Ein­er­seits muss heute mehr getan wer­den, um uns als jün­gere Gen­er­a­tio­nen vor den Fol­gen der Kli­makrise zu schützen. Aber wir schließen uns auch dem Kampf der schon heute am meis­ten von der Kli­makrise betrof­fene Men­schen für eine klim­agerechte Zukun­ft an. Gemein­sam fordern wir eine lebenswerte, gerechte Welt, in der kein Men­sch auf Grund von zum Beispiel Herkun­ft, Geschlecht oder Reli­gion Ungerechtigkeit erfährt.”

Mar­lena Grab zur Moti­va­tion von Fri­days for Future

Außer­dem kön­nen sich Streik­ende und Umweltaktivist*innen schon jet­zt auf einen weit­eren großen Kli­mas­treik in Mün­ster kurz vor der Bun­destagswahl freuen. Weit­ere Infor­ma­tio­nen folgen.

Klimagerechtigkeit nur mit sofortigen Maßnahmen

Münsters verbleibendes CO2-Budget zeigt: Es muss jetzt gehandelt werden!

Damit Mün­ster einen gerecht­en Beitrag zu Ein­hal­tung des 1,5°-Ziels leis­tet, darf die Stadt auf dem Weg zur Kli­ma­neu­tral­ität ab dem 01.01.2018 nur noch 16.000 Kilo­ton­nen CO2 ausstoßen [1].

Wenn Mün­ster so wie bish­er weit­er­ma­cht und die CO2-Emis­sio­nen nur ger­ingfügig reduziert, wird dieses Bud­get schätzungsweise vor 2025 aufge­braucht sein.”

Lukas Mörchen, Aktivist bei Fri­days for Future Münster

Die Stadt Mün­ster möchte die CO2-Emis­sio­nen bis 2030 auf nahezu Null senken. Dieses Ziel muss mit sofor­ti­gen und wirkungsvollen Maß­nah­men ver­fol­gt werden.

Wir müssen jet­zt große Schritte gehen. Andern­falls wer­den wir unser­er his­torischen und glob­alen Ver­ant­wor­tung als Hauptverur­sach­er der Kli­makrise nicht gerecht. Durch das Erre­ichen unseres heuti­gen Wohl­stand erhitzt sich die Erde, Naturkatas­tro­phen wer­den immer häu­figer und Men­schen lei­den oder müssen ihre Heimat verlassen.”

Sophia Kegel, Aktivistin bei Fri­days for Future Münster 

Nicht nur kom­mu­nal, son­dern auch nation­al muss sich am verbleiben­den CO2-Bud­get ori­en­tiert wer­den. Wie ein gerechter Beitrag Deutsch­lands zur Ein­hal­tung des Paris­er Kli­maabkom­mens ausse­hen kön­nte, beschreibt die vom Wup­per­tal-Insti­tut für Kli­ma, Umwelt, Energie im Okto­ber 2020 veröf­fentlichte Studie “CO2-neu­tral bis 2035: Eck­punk­te eines deutschen Beitrags zur Ein­hal­tung der 1,5-°C‑Grenze”. Die aktuellen Kli­maziele der Bun­desregierung unter Beteili­gung der in Mün­ster erneut kan­di­dieren­den amtieren­den Umwelt­min­is­terin Sven­ja Schulze (SPD) sind laut Wissenschaftler*innen jedoch “nicht vere­in­bar mit ein­er Begren­zung der Erder­wär­mung auf 1,5 °C oder auch nur auf deut­lich unter 2 °C.”

Keine Partei hat ein Pro­gramm, mit dem Deutsch­land einen gerecht­en Beitrag zur Begren­zung der glob­alen Erder­hitzung auf 1,5°C gegenüber vorindus­triellem Niveau leis­ten würde. Das kön­nen wir angesichts der schw­er­wiegen­den Fol­gen der Kli­makrise in Deutsch­land und der ganzen Welt nicht hinnehmen.”

Lucy Büsch­er von Fri­days for Future Münster

Aus diesem Grund streiken wir am 19.03. ab 14 Uhr mit ein­er großen Fahrrad­de­mo. Es darf keine weit­eren leeren Ver­sprechen von Entscheidungsträger*innen mehr geben — wir brauchen sofor­tiges Handeln!”

[1] siehe Beant­wor­tung ein­er Ein­wohn­er­an­frage in der Ratssitzung am 11.12.2019.

Straßenausbau stoppen — Verkehrswende einleiten!

Fri­days for Future Mün­ster beobachtet mit Entset­zen, dass in Mün­ster und darüber hin­aus ungeachtet der Fol­gen für die Treib­haus­gase­mis­sio­nen, weit­er­hin Aus­bau beson­ders von Bun­des­fern­straßen im großen Stil vor­angetrieben wird. Die kür­zlich begonnenen ersten Baum­fäl­lar­beit­en zur Vor­bere­itung des sechsspuri­gen Aus­baus der A1 im Süden Mün­sters zeigen dabei die dop­pelte Schädlichkeit dieser Verkehrspoli­tik: „Es wer­den Bäume gefällt, die wir drin­gend als CO2-Spe­ich­er erhal­ten müssen, um Straße­naus­bau zu betreiben, der mehr Verkehr und mehr Emis­sio­nen erzeugt“ kri­tisiert Sophia Kegel von Fri­days for Future Mün­ster „das ist eine klimapoli­tis­che Geisterfahrt“.

Ähn­lich ver­hält es sich mit dem umstrit­te­nen Aus­bau der B51 nach Tel­gte und Waren­dorf, der zwar von den Räten der Städte Mün­ster und Tel­gte klar abgelehnt wird, mit dem die Stadtver­wal­tung und Straßen.NRW aber nach wie vor liebäugeln. Der vier­spurige, auto­bah­nar­tige Aus­bau der B51 würde neben zahlre­ichen Bäu­men auch gle­ich zwei drin­gend benötigte ökol­o­gisch sin­nvolle Verkehr­swege sabotieren: Die schnelle, direk­te Rad­verbindung von Tel­gte nach Mün­ster und den zwei­gleisi­gen Aus­bau der bish­er quälend langsamen Region­al­bahn 67 von Mün­ster nach Bielefeld.

Wenn wir unsere Kli­maziele ernst nehmen, kön­nen wir nicht weit­er Straßen für Autos auf­grund erwarteter Verkehrszu­nahme auszubauen, während für Fahrrad­straßen oder Rad­schnell­we­gen ein gewiss­es vorhan­denes Rad­verkehrsaufkom­men Voraus­set­zung ist“ so Stef­fen Lam­brecht, ein­er der Aktivis­ten von Fri­days for Future. „Wer Straßen sät, wird mehr Autoverkehr ern­ten – das weiß die Verkehr­swis­senschaft seit Jahrzehnten“.

Um diese Pro­jek­te wird es in Mün­ster beim glob­alen Kli­mas­treik am 19. März unter anderem gehen. Dazu ruft Fri­days for Future Mün­ster zu ein­er Fahrrad­de­mo auf, deren Route auch über die B51 führen soll. Beginn ist am Schloss um 14 Uhr.

Pariser Klimaabkommen und FMO sind unvereinbar!

Gemein­sam mit der Die Orts­grup­pen Fri­days for Future Osnabrück stellen wir uns hin­ter die Forderung, den Flughafen Mün­ster Osnabrück sozialverträglich abzuwickeln.

Die Ein­hal­tung des Paris­er Kli­maabkom­mens und die Begren­zung der glob­alen Erder­hitzung um 1,5°C gegenüber vorindus­triellem Niveau sind nicht mit einem teuren Region­alflughafen wie dem FMO vereinbar!

Die Kli­makrise und Bio­di­ver­sität­skrise haben unge­heuer­liche Fol­gen. Deshalb müssen die FMO-Anteil­skom­munen jet­zt han­deln, anstatt weit­er­hin schöne Kli­maziele zu set­zen und im konkreten Kli­makiller, wie den FMO, weit­er­hin zu subventionieren!

Die Coro­na-Krise sollte jet­zt Anlass sein, dass sich alle Anteil­skom­munen endlich zusam­men­tun, um die sozialverträgliche Abwick­lung des Flughafens und die Entwick­lung von kli­mafre­undlichen und zukun­fts­fähi­gen Alter­na­tiv­en anzuge­hen. Alles andere ist ökonomis­ch­er und ökol­o­gis­ch­er Wahnsinn.

Politik der Illusionen

Fri­days for Future Osnabrück wirft der CDU Osnabrück “Eine Poli­tik der Illu­sio­nen” vor. Diese meinte, am FMO wür­den 3.000 Arbeit­splätze sowie mehrere Mil­lionene Euro regionale Wertschöp­fung und Steuer­aufkom­men hän­gen. Am FMO direkt sind jedoch ger­ade ein­mal 165 Men­schen beschäftig und etwa 350 im Bere­ich Zoll und Polizei. Die Zahl 3.000 ist vol­lkom­men aus der Luft gegriffen.

Auch in Mün­ster scheint eine Mehrheit des Rates weit­er­hin hin­ter dem kli­maschädlichen Region­alflughafen zu stehen.

Dass die neue Koali­tion in Mün­ster sich nicht klar zur Unvere­in­barkeit von Bezuschus­sung des Region­alflughafens und Kli­maschutz äußert ist ent­täuschend. Wenn Grüne, SPD und Volt ihre Klimapoli­tik ernst meinen, müssen sie die sozialverträgliche Abwick­lung des FMO angehen!”

Stephanie Gebauer von Fri­days for Future Münster

Dass der Flughafen sich für die Region Mün­ster Osnabrück “ren­tieren” solle ist jedoch aus der Luft gegrif­f­en! Die Bilanzver­luste waren über die let­zten Jahre meist im zweis­tel­li­gen Mil­lio­nen­bere­ich. Weit­er­hin wer­den die hohen Verbindlichkeit­en auch zunehmend aus der Tasche der Gesellschafter*innen bezahlt, sprich der Steuerzahler, da pri­vate Kred­itin­sti­tute anscheinend nicht mehr dazu bere­it sind einem dauer­haft insol­ven­ten Flughafen weit­er­hin Kred­ite zu geben. Der Steuerzahler wird aber weit­er­hin belangt und zahlt die Schulden des FMOs nach und nach ab, während dieser weit­er­hin Ver­luste in Mil­lio­nen­höhe ver­bucht. Dieser Anteil der Schulden, die der FMO beim Steuerzahler hat, soll am Mittwoch den 10.02.2020 um weit­ere 10 Mil­lio­nen Euro erhöht wer­den. Das wäre eine Finanzspritze ohne eine Chance, das Geld jemals wieder zu sehen.

Der Beschluss des Rates schiebt das Prob­lem der Schließung des FMO nur weit­er­hin hin­aus, er ist sowohl umwelt­tech­nisch als auch rein wirtschaftlich katas­trophal für die Region! Deshalb wer­den die Orts­grup­pen von Fri­days for Future Mün­ster und Osnabrück gegen diese Beschlüsse protestieren und die Ratsmit­glieder an Ihre Ver­ant­wor­tung in der Kli­makrise erinnern.

FMO Sozialverträglich schließen

Es wird höch­ste Zeit, dass ange­fan­gen wird ern­sthaft über eine sozialverträgliche Schließung des FMO zu disku­tieren, die los­gelöst von her­auf­beschwore­nen Schreck­ge­spen­stern wie “Arbeit­splatzver­lust” oder “Wirtschaftlichen Ein­bußen” statt find­en muss! Es geht hier um die Zukun­ft unser­er Umwelt aber auch um wirtschaftliche Rationalität!”

Simon Ohme von Fri­days for Future Osnabrück

Die Schließung des FMO muss sozial verträglich und unter Beteili­gung der Beschäftigten gestal­tet wer­den. Für die dort Beschäftigten müssen also Alter­na­tiv­en gefun­den wer­den, beispiel­sweise mit­tels Investi­tio­nen in die Mobil­itätswende und durch Weit­erqual­i­fika­tion und Umschu­lung der Beschäftigten. Außer­dem muss eine ökol­o­gisch und ökonomisch sin­nvolle Nach­nutzung des Flughafens gefun­den wer­den. Sowohl für Gebäude als auch Gelände gibt es bere­its Ideen zur Neunutzung, die die Sci­en­tists for Future Mün­ster aus­gear­beit­et haben. Es ist wichtig, dass das Gelände des Flughafens Mün­ster Osnabrück nicht weit­er­hin für kli­maschädlich­es Wirtschaften genutzt wird, son­dern an neue nach­haltige zukun­fts­fähige Mod­elle gedacht wer­den, die los­gelöst von einem “Pres­tigegedanken” erörtert wer­den müssen.