Klimaschutz ist Menschenrecht — Klimastreik am 25. Juni

Nach über 2 Jahren Kli­mas­treiks häufen sich nun Gericht­surteile zugun­sten von Klimakläger*innen: Das Bun­desver­fas­sungs­gericht verpflichtete die Bun­desregierung zur Nachbesserung des Kli­maschutzge­set­zes, ein Gericht in Den Haag den Ölkonz­ern Shell zu erhöht­en Kli­mazie­len, und die Regierung des Kohle­ex­port­lands Aus­tralien wurde dazu verpflichtet, die Men­schen vor Kli­maschä­den zu schützen. Über 1.500 weit­ere Kli­mak­la­gen sind weltweit anhängig.

Wir sehen, dass bish­er zu wenig passiert ist. Jet­zt müssen sog­ar schon Gerichte die Regierun­gen und Unternehmen zu aus­re­ichen­dem Kli­maschutz verpflicht­en! Die Urteile bestärken unsere Forderun­gen nach Klimagerechtigkeit!”

Marek Blanke von Fri­days for Future Münster

Klim­agerechtigkeit gibt es nur, wenn wir es schaf­fen, das in Paris vere­in­barte 1,5‑Grad-Ziel einzuhal­ten. Dazu müssen heute die Weichen in Unternehmen, Rathäusern und Regierun­gen für ein schnelles Ende des fos­silen Zeital­ters gestellt werden!”

Lara Zoske von Fri­days for Future Münster

Deshalb find­et der näch­ste Kli­mas­treik in Mün­ster am 25. Juni 2021 statt. Für Klim­agerechtigkeit und das Men­schen­recht auf Kli­maschutz geht Fri­days for Future drei Monate vor der Bun­destagswahl auf die Straße und zeigt, dass sie genau hin­schauen. Deutsch­land muss inner­halb der näch­sten 15 Jahre kli­ma­neu­tral wer­den, um die Erder­hitzung möglichst auf 1,5 Grad zu begren­zen und in Mün­ster muss dazu der Beschluss zur Kli­ma­neu­tral­ität bis 2030 umge­set­zt werden.

Der Kli­mas­treik am 25.06. begin­nt um 14 Uhr. Fri­days for Future Mün­ster lädt alle Men­schen aus Mün­ster und dem Umland, egal ob groß oder klein, jung oder alt, zum Kli­mas­treik ein. Geplant sind zwei Demon­stra­tionszüge: Eine Laufde­mo vom Prinzi­pal­markt durch die Innen­stadt zum Schloss­platz sowie eine Fahrrad­de­mo mit Start und Ziel Schloss­platz. Bei­de Demos starten um 14 Uhr und enden mit ein­er gemein­samen Abschlusskundge­bung am Schloss­platz. Teil­nehmende soll­ten darauf acht­en, 1,5m Abstand zu anderen Teil­nehmenden einzuhal­ten und müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Wir gehen für Klim­agerechtigkeit auf die Straße. Ein­er­seits muss heute mehr getan wer­den, um uns als jün­gere Gen­er­a­tio­nen vor den Fol­gen der Kli­makrise zu schützen. Aber wir schließen uns auch dem Kampf der schon heute am meis­ten von der Kli­makrise betrof­fene Men­schen für eine klim­agerechte Zukun­ft an. Gemein­sam fordern wir eine lebenswerte, gerechte Welt, in der kein Men­sch auf Grund von zum Beispiel Herkun­ft, Geschlecht oder Reli­gion Ungerechtigkeit erfährt.”

Mar­lena Grab zur Moti­va­tion von Fri­days for Future

Außer­dem kön­nen sich Streik­ende und Umweltaktivist*innen schon jet­zt auf einen weit­eren großen Kli­mas­treik in Mün­ster kurz vor der Bun­destagswahl freuen. Weit­ere Infor­ma­tio­nen folgen.

Klimagerechtigkeit nur mit sofortigen Maßnahmen

Münsters verbleibendes CO2-Budget zeigt: Es muss jetzt gehandelt werden!

Damit Mün­ster einen gerecht­en Beitrag zu Ein­hal­tung des 1,5°-Ziels leis­tet, darf die Stadt auf dem Weg zur Kli­ma­neu­tral­ität ab dem 01.01.2018 nur noch 16.000 Kilo­ton­nen CO2 ausstoßen [1].

Wenn Mün­ster so wie bish­er weit­er­ma­cht und die CO2-Emis­sio­nen nur ger­ingfügig reduziert, wird dieses Bud­get schätzungsweise vor 2025 aufge­braucht sein.”

Lukas Mörchen, Aktivist bei Fri­days for Future Münster

Die Stadt Mün­ster möchte die CO2-Emis­sio­nen bis 2030 auf nahezu Null senken. Dieses Ziel muss mit sofor­ti­gen und wirkungsvollen Maß­nah­men ver­fol­gt werden.

Wir müssen jet­zt große Schritte gehen. Andern­falls wer­den wir unser­er his­torischen und glob­alen Ver­ant­wor­tung als Hauptverur­sach­er der Kli­makrise nicht gerecht. Durch das Erre­ichen unseres heuti­gen Wohl­stand erhitzt sich die Erde, Naturkatas­tro­phen wer­den immer häu­figer und Men­schen lei­den oder müssen ihre Heimat verlassen.”

Sophia Kegel, Aktivistin bei Fri­days for Future Münster 

Nicht nur kom­mu­nal, son­dern auch nation­al muss sich am verbleiben­den CO2-Bud­get ori­en­tiert wer­den. Wie ein gerechter Beitrag Deutsch­lands zur Ein­hal­tung des Paris­er Kli­maabkom­mens ausse­hen kön­nte, beschreibt die vom Wup­per­tal-Insti­tut für Kli­ma, Umwelt, Energie im Okto­ber 2020 veröf­fentlichte Studie “CO2-neu­tral bis 2035: Eck­punk­te eines deutschen Beitrags zur Ein­hal­tung der 1,5-°C‑Grenze”. Die aktuellen Kli­maziele der Bun­desregierung unter Beteili­gung der in Mün­ster erneut kan­di­dieren­den amtieren­den Umwelt­min­is­terin Sven­ja Schulze (SPD) sind laut Wissenschaftler*innen jedoch “nicht vere­in­bar mit ein­er Begren­zung der Erder­wär­mung auf 1,5 °C oder auch nur auf deut­lich unter 2 °C.”

Keine Partei hat ein Pro­gramm, mit dem Deutsch­land einen gerecht­en Beitrag zur Begren­zung der glob­alen Erder­hitzung auf 1,5°C gegenüber vorindus­triellem Niveau leis­ten würde. Das kön­nen wir angesichts der schw­er­wiegen­den Fol­gen der Kli­makrise in Deutsch­land und der ganzen Welt nicht hinnehmen.”

Lucy Büsch­er von Fri­days for Future Münster

Aus diesem Grund streiken wir am 19.03. ab 14 Uhr mit ein­er großen Fahrrad­de­mo. Es darf keine weit­eren leeren Ver­sprechen von Entscheidungsträger*innen mehr geben — wir brauchen sofor­tiges Handeln!”

[1] siehe Beant­wor­tung ein­er Ein­wohn­er­an­frage in der Ratssitzung am 11.12.2019.