DER KOALITIONSVERTRAG IST NICHT 1,5‑GRAD-KOMPATIBEL

 Der Koali­tionsver­trag der neuen Bun­desregierung ste­ht. Nach­dem dieser von den drei beteiligten Parteien SPD, Bünd­nis 90/Die Grü­nen und FDP bestätigt wurde, soll Olaf Scholz nun am 8.12.2021 zum neuen Bun­deskan­zler gewählt wer­den. Danach wird die soge­nan­nte Ampel-Koali­tion ihre Arbeit aufnehmen. 

Nach­dem Fri­days for Future sich bere­its vor der Bun­destagswahl für mehr Kli­maschutz in der neuen Leg­is­laturpe­ri­ode einge­set­zt hat­te, ver­fol­gten die Aktivist*innen auch die Koali­tionsver­hand­lun­gen mit regem Inter­esse. „In den näch­sten vier Jahren wird sich entschei­den, ob Deutsch­land seinen Beitrag dazu leis­ten wird, die Erder­wär­mung auf 1,5°C zu beschränken, oder nicht. In den darauf fol­gen­den Leg­is­laturpe­ri­o­den kann das Rud­er bei vorheriger Untätigkeit nicht mehr herumgeris­sen wer­den“ erk­lärt Judith Hoelsch­er, Aktivistin bei Fri­days for Future. „Deshalb waren wir sehr ges­pan­nt auf die Ergeb­nisse der Koali­tionsver­hand­lun­gen und haben diese kri­tisch begleit­et. Lei­der muss man sagen, dass die Ziele der neuen Regierung nicht aus­re­ichen, um das Paris­er Kli­maabkom­men einzuhal­ten. Sicher­lich sind sie deut­lich engagiert­er als die Vorhaben der let­zten Koali­tion aus CDU und SPD, aber wenn Robert Habeck sagt, mit dem Koali­tionsver­trag wäre man auf dem 1,5‑Grad-Pfad, dann ist das schlicht und ergreifend falsch.“ 

Eine Studie der Berlin­er Hochschule für Tech­nik und Wirtschaft unter Leitung des Pro­fes­sors Volk­er Quaschn­ing hat­te gezeigt, dass die geplanten Maß­nah­men der Ampel zwar für ein Erre­ichen der Kli­ma­neu­tral­ität Deutsch­lands bis 2045 reichen kön­nten, wie die Regierung es sich zum Ziel geset­zt hat, aber nicht für die Ein­hal­tung des Paris­er Abkom­mens. Deut­lich engagiert­ere Pläne im Verkehrssek­tor, im Bere­ich der erneuer­baren Energien, ein entsch­iedener­er Abbau kli­maschädlich­er Sub­ven­tio­nen und weit­ere Maß­nah­men wären nötig, damit dieses einge­hal­ten wer­den kön­nte. Bis spätestens 2035 müsste Deutsch­land kli­ma­neu­tral sein, um seinen Beitrag zur Ein­hal­tung der 1,5‑Grad-Grenze zu leis­ten. Vin­cent Heitzer, Mitor­gan­isator der Bewe­gung macht deut­lich: „Wir haben uns mehr erhofft.  Zwar begrüßen wir, dass kleinere Verän­derun­gen zur vorheri­gen Regierung durch den jahre­lan­gen Druck von der Straße möglich gewor­den sind, den­noch gibt es zahlre­iche Schwach­stellen im Koali­tionsver­trag.“ Weit­er erk­lärt er: „Bere­its die Tat­sache, dass die Koali­tion weit­er­hin an dem Ziel fes­thal­ten will, dass Deutsch­land erst im Jahr 2045 kli­ma­neu­tral wird, obwohl zahlre­iche renom­mierte Wissenschaftler*innen errech­net haben, dass dies nicht mit dem Paris­er Abkom­men vere­in­bar ist, zeigt uns, dass schein­bar einige der Wahlkampfver­sprechen schon jet­zt in Vergessen­heit ger­at­en sind. Noch im Wahlkampf hat­ten sich alle demokratis­chen Parteien aus­drück­lich zum Paris­er Kli­maabkom­men bekan­nt. Und mit der For­mulierung, dass der Kohleausstieg „ide­al­er­weise“ bere­its 2030 erfol­gen solle, hat die neue Regierung sich ein Schlupfloch gebaut, beizeit­en wieder zurück­zu­rud­ern und länger kli­maschädliche Kohle zu fördern.” Aktivistin Sophia Kegel ergänzt: “In den ver­gan­genen Wochen haben wir gese­hen, dass die Ampel auch auf die Coro­n­akrise nicht entsch­ieden genug reagiert und wis­senschaftliche Erken­nt­nisse in poli­tis­ches Han­deln gegossen hat — vor dem Hin­ter­grund dieser poli­tis­chen Präferen­zlage, die weit­er­hin den kurzfristi­gen wirtschaftlichen Prof­it von weni­gen über den Schutz von Men­sch und Umwelt stellt, erwarten wir weit­er­hin nicht, dass die Poli­tik aus sich selb­st her­aus die Kli­makatas­tro­phe eindäm­men kann und will. Spätestens jet­zt ist klar: auch unter der neuen Regierung müssen und wer­den wir weit­er­hin für die Ein­hal­tung des 1.5°C‑Ziels kämpfen.“

Ende der COP26: Es bleibt viel zu tun

In den let­zten zwei Wochen fand in Glas­gow die COP26 statt. Regierungsvertreter*innen der ganzen Welt haben sich getrof­fen um über die weltweit­en Maß­nah­men zur Eindäm­mung des Kli­mawan­dels zu sprechen. Die in Glas­gow beschlosse­nen  Maß­nah­men gehen vie­len, unter anderem auch Fri­days For Future, jedoch nicht weit genug.

Bei der COP26 hörten wir viele Reden zur Dringlichkeit und Bedeu­tung der Bekämp­fung des Kli­mawan­dels. Wir begrüßen natür­lich grund­sät­zlich, dass die Trag­weite der Kli­makrise anerkan­nt wird und die ver­ant­wortlichen Politiker*innen endlich die Ein­leitung der erforder­lichen Maß­nah­men fordern. Einige der bei der COP26 vorgestell­ten Ini­tia­tiv­en und Maß­nah­men stellen auch zweifels­frei einen Fortschritt dar. Allerd­ings greifen viele der Maß­nah­men erst in mehreren Jahren. Das ist viel zu spät, um der Kli­makrise Herr zu wer­den. Die Folge wird sein, dass wir das 1,5‑Grad-Ziel nicht ein­hal­ten wer­den und die Kli­makrise immer weit­er eskalieren wird. Die Fol­gen wären drama­tisch, nicht nur in fern­er Zukun­ft oder anderen Teilen der Erde, son­dern auch bei uns — etwa in Form ein­er Zunahme von Extremwet­ter­ereignis­sen wie Dür­ren oder Über­schwem­mungen, wie wir sie in den ver­gan­genen Jahren immer wieder beobacht­en kon­nten. Gle­ichzeit­ig müssen wir uns bewusst sein, dass die Kli­makrise die Men­schen des sog. glob­alen Südens oft­mals beson­ders früh und hart trifft. Da die Fol­gen der Kli­makrise all­ge­gen­wär­tig und seit Jahrzehn­ten bekan­nt sind, sind wir umso ent­täuschter, dass die COP26 hin­ter ihren Auf­gaben zurück­bleibt.

Vin­cent Heitzer von Fri­days for Future Münster

Darüber hin­aus bemän­gel­ten viele Klimaaktivist*innen den weit­ge­hen­den Auss­chluss von Repräsentant*innen der beson­ders  vom Kli­mawan­del betrof­fe­nen Län­der, auch MAPA (Most Affect­ed Peo­ple and Areas) genan­nt. Diese kon­nten durch nicht aus­re­ichen­den Zugang zu Impf­stof­fen, Visa oder verän­derten Reisebes­tim­mungen nicht zur COP26 anreisen.

Es kann nicht sein, dass bei ein­er Kon­ferenz von so immenser Bedeu­tung die Men­schen, die am stärk­sten vom Kli­mawan­del betrof­fen sind, so unter­repräsen­tiert sind. So eine exk­lu­sive Kon­ferenz darf auf keinen Fall als die inklu­sivste COP der Geschichte beze­ich­net wer­den, wie Bor­ris John­son es tat. Das Ignori­eren der Betrof­fe­nen und das Schönre­den der eige­nen unzure­ichen­den Maß­nah­men zeigt, dass diese Kon­ferenz in großen Teilen auch der Selb­st­darstel­lung der Indus­tri­es­taat­en dient. Denn wieder ein­mal bleiben echte Hand­lungsstrate­gien für soziale, weltweite Klim­agerechtigkeit auf der Strecke. Übrig bleibt der bit­tere Beigeschmack von viel heißer Luft um nichts.”

Judith Hölsch­er, eben­falls bei Fri­days for Future Mün­ster aktiv. 

Neben den bere­its genan­nten Män­geln dieser Kon­ferenz ist auch die neue Abschlusserk­lärung der Kon­ferenz den Vertreter*innen der lokalen Fri­days for Future Orts­gruppe zu schwach, da es, aus Sicht der Aktivist*innen, den Staat­en zu viel Spiel­raum bietet und ein Han­deln frei­willig mache. 

Wir sind maß­los von der diesjähri­gen COP ent­täuscht wor­den! Nach 3 Jahren des Protestes und 6 Jahre nach dem Beschluss des Paris­er Kli­maabkom­mens ist eine solch schwache COP ein regel­rechter Ver­rat an der Men­schheit und beson­ders dem glob­alen Süden (MAPA). Die bere­its jet­zt spür­bar existierende Kli­makrise darf nicht länger wie eine Bedro­hung der fer­nen Zukun­ft behan­delt wer­den, son­dern muss als das zen­trale Prob­lem der derzeit auf dem Plan­eten leben­den Men­schen wahrgenom­men wer­den. Genau das ist jedoch auf der COP 26 nicht passiert, und auch in dem Abschluss­bericht dieser Kon­ferenz nicht erkennbar. Die Abschlusserk­lärung verpflichtet die Staat­en nicht direkt zum Han­deln, zur verbindlichen Vor­nahme der erforder­lichen Maß­nah­men, son­dern gibt ihnen mehr oder weniger freie Hand!

Marek Blanke, Teil der Mün­ster­an­er Orts­gruppe von Fri­days for Future

Der Weg zu echter, umfassender Klim­agerechtigkeit ist noch lang und es bleibt viel zu tun. Glas­gow war zwar ein Fortschritt, brachte aber nicht den Durch­bruch, der im Jahr 2021 notwendig wäre. Fri­days for Future wird weit­er auf die Straße gehen, um die ver­ant­wortlichen Politiker*innen an ihre Ver­sprechen zu erin­nern und endlich zum erforder­lichen Han­deln zu bewegen.

Wir streiken, bis ihr handelt! Ankündigung der Fahrraddemo in Münster am 12. November

Fri­days for Future geht weit­er auf die Straße. Während in Berlin SPD, Grüne und FDP über die Bil­dung der neuen Koali­tion ver­han­deln, find­et im schot­tis­chen Glas­gow die diesjährige UN-Kli­makon­ferenz (COP26) statt. Staats- und Regierungschef*innen bzw. ihre Unterhändler*innen tre­f­fen sich unter Beobach­tung und kri­tis­ch­er Begleitung von Expert*innen und zivilge­sellschaftlichen Bünd­nis­sen und Organ­i­sa­tio­nen, um inter­na­tionale Kli­maschutzbe­mühun­gen zu koordinieren. 

In den let­zten Tagen wur­den immer wieder einzelne Ini­tia­tiv­en von Staat­en oder Unternehmen öffentlichkeitswirk­sam vorgestellt. Unter diesen Ini­tia­tiv­en find­en sich zwar einige gute Ansätze, sie reichen in der Summe aber bei weit­em nicht aus, um die Welt endlich auf einen 1,5‑Grad Pfad zu brin­gen. Zugle­ich wer­den alle Ver­sprechen dieser Welt die Kli­makrise nicht aufhal­ten kön­nen. Den vie­len Worten müssen jet­zt endlich Tat­en fol­gen.”, fordert Hen­ri­ette Pollmeier von Fri­days for Future Mün­ster. Dabei drängt die Zeit. Sechs Jahre nach Paris ist noch viel zu wenig passiert.

Die reichen Staat­en dieser Erde, zu denen auch Deutsch­land gehört, ste­hen bei der Bekämp­fung der Kli­makrise beson­ders in der Pflicht.  His­torisch betra­chtet ist Deutsch­land der viert­größte Emit­tent von Treib­haus­gasen (BMU, Kli­maschutz in Zahlen, 2021). Deshalb trägt Deutsch­land zusam­men mit den anderen Indus­tri­es­taat­en in beson­derem Maße die Ver­ant­wor­tung für diese glob­ale Krise. Die Fol­gen der fortschre­i­t­en­den Erder­wär­mung tre­f­fen hinge­gen vor allem die Län­der des sog. glob­alen Südens beson­ders früh und hart. Ihnen fehlen oft – ins­beson­dere auf­grund jahrhun­derte­langer Aus­beu­tung während und nach dem impe­ri­alen Kolo­nial­is­mus – die notwendi­gen Ressourcen für den erforder­lichen Umbau und die Kli­mafol­gen­bekämp­fung. Mit der glob­alen Erwär­mung geht also auch eine Men­schen­rechts- und Gerechtigkeit­skrise ein­her. Die reichen Indus­tri­es­taat­en haben fol­glich zwei große Auf­gaben zu erfüllen: Ein­er­seits müssen sie ihre eigene Poli­tik kon­se­quent an einem 1,5‑Grad kon­for­men CO2-Rest­bud­get aus­richt­en. Außer­dem müssen sie ihre Ver­sprechen von Paris endlich umset­zen und die ärmeren Staat­en bei der Bekämp­fung der Fol­gen der Kli­makrise finanziell unterstützen.

Gle­ichzeit­ig ist es vie­len Vertreter*innen aus Län­dern des glob­alen Südens wegen Visa- und Akkred­i­tierung­sprob­le­men, fehlen­dem Zugang zu Covid-19-Impf­stof­fen und verän­derten Reisebes­tim­mungen nicht möglich, in diesem Jahr nach Glas­gow zur COP26 zu reisen. Dabei braucht es ihre Stim­men für eine effek­tive Bekämp­fung der Kli­makrise und die Gestal­tung des Weges zu echter Klim­agerechtigkeit.“, erk­lärt Vin­cent Heitzer, Teil der Mün­ster­an­er Orts­gruppe von Fri­days for Future. 

Wir streiken, bis ihr han­delt!”. Um den Druck auf die Ver­ant­wortlichen in Berlin, Düs­sel­dorf und über­all auf dem Globus aufrechtzuer­hal­ten und sie an ihre Ver­sprechen zu erin­nern, geht Fri­days for Future Mün­ster auch an diesem Fre­itag (12.11.2021) wieder auf die Straße. Start­punkt der Fahrrad­de­mo durch Mün­ster ist der Dom­platz um 15 Uhr. Am Ende der Demon­stra­tion wird es eine Abschlusskundge­bung in der Stuben­gasse geben. 

Große Aufgaben für die COP26

Heute begin­nt in Glas­gow die 26. UN-Kli­makon­ferenz (COP26). Delegierte aus 197 Staat­en und Staaten­bünd­nis­sen (bspw. der EU) sollen hier in den näch­sten zwei Wochen maßge­bliche Leit­entschei­dun­gen für inter­na­tionale Kli­maschutzbe­mühun­gen disku­tieren und erarbeiten. 

Dabei drängt die Zeit. Schon jet­zt liegt die glob­ale Erwär­mung im Ver­gle­ich zum vorindus­triellen Zeital­ter bei 1,2 Grad. Die Hand­lungsspiel­räume wer­den klein­er und klein­er. Zeit ist ein­er der entschei­den­den Fak­toren in der Bekämp­fung der Kli­makrise. Rund sechs Jahre nach dem Paris­er Kli­maabkom­men stellt sich daher die Frage, wo wir derzeit stehen. 

Unmit­tel­bar nach Paris haben ver­schiedene Län­der Kli­maschutzziele for­muliert. Wären diese Ziele so umge­set­zt wor­den, würde uns eine glob­ale Erwär­mung von rund 3–4 Grad im Ver­gle­ich zum vorindus­triellen Zeital­ter dro­hen — mit drama­tis­chen, exis­ten­ziellen Fol­gen für Men­schen, Tiere und Umwelt. Seit­dem haben viele Staat­en immer weit­er nachgebessert. Die Gründe hier­für sind sicher­lich vielfältig. Sie liegen etwa in der sich vor unseren Augen immer weit­er ver­schär­fend­en Kli­makrise, aber auch in den anhal­tenden zivilge­sellschaftlichen Protesten durch Fri­days for Future und weit­ere Bünd­nisse. Basierend auf den aktuellen Plä­nen der einzel­nen Staat­en steuern wir heute noch immer auf eine Erder­wär­mung von etwa 2 Grad zu — und dies set­zt voraus, dass die Ver­sprechun­gen tat­säch­lich einge­hal­ten wer­den. Lei­der müssen wir jedoch beobacht­en, dass weltweit nicht die erforder­lichen Maß­nah­men ergrif­f­en wer­den, um die eige­nen Kli­maziele einzuhalten. 

Auf­gabe der COP26 ist, hier drin­gend nachzubessern und Mech­a­nis­men zu erar­beit­en, um Staat­en zur For­mulierung pariskon­former Kli­maziele und der Ein­hal­tung ihrer eige­nen Ziele zu bewe­gen. “Ja, es braucht endlich ambi­tion­iert­ere Kli­maziele. Bei leeren Ver­sprechun­gen darf es aber nicht bleiben. Den Worten müssen Tat­en fol­gen! Es ist unser aller Zukun­ft, um die es geht.”, fordert Zita Brune, von Fri­days for Future Münster. 

Die gegen­wär­tige Krise ist jedoch nicht nur eine Kli­makrise, sie ist auch eine Gerechtigkeits- und Men­schen­recht­skrise. Unter den Fol­gen der glob­alen Erwär­mung lei­den bere­its jet­zt in beson­derem Maße mar­gin­al­isierte und mehrfach diskri­m­inierte Men­schen. Dabei trifft es die Staat­en des sog. glob­alen Südens beson­ders hart. Ihnen fehlen oft die notwendi­gen Ressourcen für den erforder­lichen Umbau und die Kli­mafol­gen­bekämp­fung. Daher wurde im Paris­er Kli­maabkom­men vere­in­bart, dass diese Staat­en bei ihren Kli­maschutzbe­mühun­gen inter­na­tion­al unter­stützt wer­den sollen. Die Pläne sahen vor, dass im Zeitraum von 2020 bis 2025 jährlich 100 Mrd. Dol­lar für den erforder­lichen Wan­del bere­it­gestellt wer­den soll­ten. Allerd­ings wer­den diese Ver­sprechen von den reichen (Industrie-)Staaten bis heute nicht erfüllt. Dabei sind sie es, die his­torisch und heute in beson­derem Maße die Ver­ant­wor­tung für die Kli­makrise tra­gen. Allein die G20-Staat­en sind für etwa 78 % der jährlichen glob­alen Emis­sio­nen verantwortlich. 

Auch hier muss nun in Glas­gow drin­gend nachgebessert wer­den. Stef­fen Lam­brecht von FFF Mün­ster erk­lärt: “Der erforder­liche glob­ale Wan­del kann nur gemein­sam erfol­gre­ich sein. Beste­hende glob­ale Ungerechtigkeit­en müssen mitgedacht und gezielt abge­baut wer­den. Es ist Zeit für effek­tiv­en Kli­maschutz und echte, umfassende Klimagerechtigkeit.”

Über 1.000 Menschen — Zwei Demos – Ein Appell

Fridays for Future Auftakt vor der Bundestagswahl

Um 14 Uhr startete am heuti­gen Fre­itag, den 25.06.2021 unser zweit­er Kli­mas­treik in diesem Jahr. Über 1.000 Men­schen beteiligten sich unter dem Mot­to „Kli­maschutz ist Men­schen­recht“ an der Demo. Mit zwei Demon­stra­tionszü­gen, ein­er Laufde­mo und ein­er Fahrrad­de­mo, zogen wir gemein­sam durch die Stadt. Zur Abschlusskundge­bung mit Reden, Slam Poet­ry und Msik u.a. von der Mün­ster­an­er Pop-Rock-Band Red Ivy war der Schloss­platz voll.

Jet­zt haben wir noch die Möglichkeit die Zukun­ft frei zu gestal­ten und drama­tis­che Kli­makatas­tro­phen abzuwen­den. Je länger wir warten, desto weniger Möglichkeit­en zum Han­deln haben wir. Wir alle, jed­er und jede Einzelne von uns, müssen deshalb anfan­gen unsere Grun­drechte auch für die Zukun­ft einzufordern.“

Aus der Rede von Lara Zoske, Aktivistin von Fri­days for Future Mün­ster, bei der Abschlusskundge­bung am Schloss.

Wir gehen auf die Straße für eine klim­agerechte Welt, dafür, dass inter­diszi­plinäre wis­senschaftliche Erken­nt­nisse endlich in Han­deln über­set­zt wer­den! Wir erin­nern Regierun­gen und Unternehmen daran, dass sie einen Plan für 1,5 Grad brauchen, um das Paris­er Kli­maabkom­men einzuhalten.“

Timo Kei­th, Mit­glied bei Fri­days for Future Münster.

Mit­tel­fristig gefährdet die Kli­makrise alle Men­schen­rechte auf der ganzen Welt. Zuerst lei­den die bere­its jet­zt glob­al mar­gin­al­isierten und mehrfach diskri­m­inierten Men­schen unter den Fol­gen der Kli­makrise. Diese Kli­mafol­gen kön­nen wir schon heute beobacht­en. Ein Ver­sagen im Kampf gegen den Kli­mawan­del ist eine Form von Diskri­m­inierung und stellt damit selb­st eine weitre­ichende Men­schen­rechtsver­let­zung dar.“

Aus der Rede von Julia Bökel­mann von Amnesty Inter­na­tion­al Mün­ster beim Klimastreik

Wir bedanken uns bei allen Demon­stri­eren­den und rufen alle Men­schen dazu auf, mit auf die Straße zu gehen. Jede einzelne Per­son kann durch Protest und/oder Wahlentschei­dun­gen etwas bewirken. Unser Druck auf der Straße ist essen­tiell, um eine gerechte Poli­tik zu erkämpfen.

Wir machen wieder jeden Fre­itag Aktio­nen. Bei der Mah­nwache am 02.07.2021 von 14 bis 16 Uhr am Rathaus verkün­den wir den Ter­min für den inter­na­tionalen Kli­mas­treik im Sep­tem­ber vor der Bun­destagswahl. Außer­dem kön­nt ihr euch unser neues Mobi­ma­te­r­i­al (Plakate, Fly­er und Stick­er) mit­nehmen. Für den deutsch­landweit­en Zen­tral­streik am 13.08.2021 in Frank­furt am Main pla­nen wir eine gemein­same Anfahrt — hal­tet euch den Ter­min frei. Ein großer Kli­mas­treik vor der Bun­destag­wahl im Sep­tem­ber, bei dem wir „Gemein­sam für’s Kli­ma“ auf die Straße gehen wer­den, ist schon jet­zt in Vorbereitung.

Mahnwache mit Greenpeace für Klimagerechtigkeit und Abrüstung

Am Woch­enende (19./20.06.21) hält das Green­peace-Schiff Bel­u­ga II im Rah­men ein­er bun­desweit­en Fluss­tour im Hafen von Mün­ster, um über deutsche Waf­fen­ex­porte zu informieren. Im Rah­men der wöchentlichen Fre­itags-Mah­nwache am 18.06.21 von 14 bis 16 Uhr vor dem Rathaus wer­den wir gemein­sam mit Green­peace Mün­ster für Abrüs­tung demonstrieren.

Sowohl Waf­fen­ex­porte und als auch CO2-Emis­sio­nen der reichen Län­der führen dazu, dass viele Gebi­ete der Welt unbe­wohn­bar wer­den. Für die glob­ale Gerechtigkeit fordern wir, dass bei­des gestoppt wird. Damit auch die Men­schen in Kriegs- und Krisen­ge­bi­eten und in den von der Kli­makrise beson­ders betrof­fe­nen Gebi­eten in ein­er friedlichen und ökol­o­gisch intak­ten Welt leben können.“

Swin­da Langes­traß, Organ­isatorin bei Fri­days for Future Münster

Neben Rede­beiträ­gen, Musik und Infor­ma­tion wer­den wir bei der Mah­nwache auch Plakate und Stick­er für den kom­menden Kli­mas­treik verteilen. Es ist die let­zte Mah­nwache, bevor am Fre­itag, den 25. Juni 2021 unser großer Kli­mas­treik stat­tfind­et, für den zwei Demon­stra­tionszüge geplant sind: Eine Laufde­mo vom Prinzi­pal­markt durch die Innen­stadt zum Schloss­platz sowie eine Fahrrad­de­mo mit Start und Ziel Schloss­platz. Bei­de Demon­stra­tionszüge starten um 14 Uhr und enden mit ein­er gemein­samen Abschlusskundge­bung am Schloss­platz. Teil­nehmende soll­ten darauf acht­en, 1,5m Abstand zu anderen Teil­nehmenden einzuhal­ten und müssen einen Mund-Nasen-Schutz tra­gen. Der Kli­mas­treik ste­ht unter dem Mot­to “Kli­maschutz ist Men­schen­recht” — angelehnt an die Urteile ver­schieden­er Gerichte, mit welchen Unternehmen und Regierun­gen zu mehr Kli­maschutz verpflichtet werden.

Außer­dem kön­nen sich Streik­ende und Umweltaktivist*innen schon jet­zt auf einen weit­eren großen Kli­mas­treik in Mün­ster kurz vor der Bun­destagswahl freuen. Weit­ere Infor­ma­tio­nen folgen.

Klimaschutz ist Menschenrecht — Klimastreik am 25. Juni

Nach über 2 Jahren Kli­mas­treiks häufen sich nun Gericht­surteile zugun­sten von Klimakläger*innen: Das Bun­desver­fas­sungs­gericht verpflichtete die Bun­desregierung zur Nachbesserung des Kli­maschutzge­set­zes, ein Gericht in Den Haag den Ölkonz­ern Shell zu erhöht­en Kli­mazie­len, und die Regierung des Kohle­ex­port­lands Aus­tralien wurde dazu verpflichtet, die Men­schen vor Kli­maschä­den zu schützen. Über 1.500 weit­ere Kli­mak­la­gen sind weltweit anhängig.

Wir sehen, dass bish­er zu wenig passiert ist. Jet­zt müssen sog­ar schon Gerichte die Regierun­gen und Unternehmen zu aus­re­ichen­dem Kli­maschutz verpflicht­en! Die Urteile bestärken unsere Forderun­gen nach Klimagerechtigkeit!”

Marek Blanke von Fri­days for Future Münster

Klim­agerechtigkeit gibt es nur, wenn wir es schaf­fen, das in Paris vere­in­barte 1,5‑Grad-Ziel einzuhal­ten. Dazu müssen heute die Weichen in Unternehmen, Rathäusern und Regierun­gen für ein schnelles Ende des fos­silen Zeital­ters gestellt werden!”

Lara Zoske von Fri­days for Future Münster

Deshalb find­et der näch­ste Kli­mas­treik in Mün­ster am 25. Juni 2021 statt. Für Klim­agerechtigkeit und das Men­schen­recht auf Kli­maschutz geht Fri­days for Future drei Monate vor der Bun­destagswahl auf die Straße und zeigt, dass sie genau hin­schauen. Deutsch­land muss inner­halb der näch­sten 15 Jahre kli­ma­neu­tral wer­den, um die Erder­hitzung möglichst auf 1,5 Grad zu begren­zen und in Mün­ster muss dazu der Beschluss zur Kli­ma­neu­tral­ität bis 2030 umge­set­zt werden.

Der Kli­mas­treik am 25.06. begin­nt um 14 Uhr. Fri­days for Future Mün­ster lädt alle Men­schen aus Mün­ster und dem Umland, egal ob groß oder klein, jung oder alt, zum Kli­mas­treik ein. Geplant sind zwei Demon­stra­tionszüge: Eine Laufde­mo vom Prinzi­pal­markt durch die Innen­stadt zum Schloss­platz sowie eine Fahrrad­de­mo mit Start und Ziel Schloss­platz. Bei­de Demos starten um 14 Uhr und enden mit ein­er gemein­samen Abschlusskundge­bung am Schloss­platz. Teil­nehmende soll­ten darauf acht­en, 1,5m Abstand zu anderen Teil­nehmenden einzuhal­ten und müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Wir gehen für Klim­agerechtigkeit auf die Straße. Ein­er­seits muss heute mehr getan wer­den, um uns als jün­gere Gen­er­a­tio­nen vor den Fol­gen der Kli­makrise zu schützen. Aber wir schließen uns auch dem Kampf der schon heute am meis­ten von der Kli­makrise betrof­fene Men­schen für eine klim­agerechte Zukun­ft an. Gemein­sam fordern wir eine lebenswerte, gerechte Welt, in der kein Men­sch auf Grund von zum Beispiel Herkun­ft, Geschlecht oder Reli­gion Ungerechtigkeit erfährt.”

Mar­lena Grab zur Moti­va­tion von Fri­days for Future

Außer­dem kön­nen sich Streik­ende und Umweltaktivist*innen schon jet­zt auf einen weit­eren großen Kli­mas­treik in Mün­ster kurz vor der Bun­destagswahl freuen. Weit­ere Infor­ma­tio­nen folgen.