PM: Ein Jahr Fridays For Future Münster — Rückblick und Ausblick

Vor einem Jahr fing alles an: Die Fri­days-For-Future-Bewe­gung wurde langsam bekan­nter, als sich auch in Mün­ster eine Orts­gruppe grün­dete und eine Mah­nwache abge­hal­ten wurde — 14 Teilnehmer*innen standen für Kli­ma­neu­tral­ität und wirk­samen Kli­maschutz auf der Straße. Es war der erste von vie­len Fre­ita­gen, die fol­gen soll­ten, und mit den Tem­per­a­turen stieg auch die Zahl der Demonstrant*innen weit­er an — zur ersten Großde­mo am 18. Jan­u­ar waren schon 800 Men­schen gekom­men, am 15. Feb­ru­ar waren es schon 2.000, am 15. März 5.000; und am 24. Mai, zwei Tage vor der Europawahl, 7.000. Zwei Tage zuvor, am 22. Mai, hat­te der Rat der Stadt Mün­ster den Kli­man­ot­stand aus­gerufen, eben­falls auf Druck der Bewe­gung. Ab sofort hat bei kom­mu­nalpoli­tis­chen Entschei­dun­gen die Kli­mafrage ober­ste Pri­or­ität — ein Stan­dard, an dem die Bürger*innen die Poli­tik messen wer­den.

Im Som­mer ver­anstal­teten wir ver­schiedene kreative Aktio­nen, etwa zwei 24-Stun­den-Mah­nwachen vor dem Rathaus, oder eine kom­plette Streik­woche, in der wir rund um die Uhr den Rathausin­nen­hof bestreikt haben; und wir stell­ten ihre poli­tis­chen Ziele vor. Neben den bun­desweit­en Forderun­gen von FFF gab es nun auch auf kom­mu­naler Ebene angestrebte Maß­nah­men, die von der Poli­tik einge­fordert wur­den — wis­senschaftlich unter­stützt von den Scientists4Future Mün­ster und diversen Expert*innen.

Spätestens am 20. Sep­tem­ber war klar, dass FFF Mün­ster Geschichte geschrieben hat: Die größte Demon­stra­tion, die Mün­ster je gese­hen hat, als Teil des größten weltweit­en Klimaprotests über­haupt — mit 25.000 Teilnehmer*innen forderte die Bewe­gung, dass die Paris­er Kli­maziele endlich erre­icht wer­den soll­ten. Nach­dem am 29. Novem­ber, trotz des kalten Wet­ters, eben­falls fast 10.000 Men­schen ein weit­eres Mal auf die Straße gin­gen, beschloss der Stad­trat am 11. Dezem­ber schließlich, Mün­ster nach Möglichkeit bis 2030 kli­ma­neu­tral zu machen — unser bis dato größter Erfolg.

Rück­blick­end kann man sagen, dass wir schon viel erre­icht haben — allerd­ings gibt es noch einiges zu tun: Mit schö­nen Worten allein, mit dem Kli­man­ot­stand oder der Absicht­serk­lärung zur Kli­ma­neu­tral­ität bis 2030, ist es nicht getan: Wir wollen ein ambi­tion­iertes Kli­maschutzpro­jekt für Mün­ster, dass unsere Stadt wieder zum Vor­re­it­er in Sachen Kli­ma macht und das lebenswerte Gefühl an uns alle zurück­gibt.

Mit dem neuen Jahr wird sich für uns einiges ändern: Die wöchentlichen Mah­nwachen waren 2019 ein erfol­gre­ich­es Mit­tel der poli­tis­chen Par­tizipa­tion, doch wollen wir hier Verän­derun­gen wagen. Wir wollen mehr mit unseren Bünd­nis­part­nern kooperieren, wir wollen mit Bürger*innen ins Gespräch kom­men, denn die Ver­wirk­lichung unser­er Vision, ein lebenswertes und kli­ma­neu­trales Mün­ster, geht uns alle an. Wir wollen uns noch stärk­er auf die großen, inter­na­tionalen Ter­mine konzen­tri­eren, um bundes‑, europa- und weltweit weit­er Druck für Verän­derung zu machen. Und wir wollen ganz viel Neues aus­pro­bieren, Uner­probtes, für das wir viele neue Gesichter brauchen.

Wir wollen 2020 damit begin­nen, das The­ma Verkehr in den Mit­telpunkt unser­er Über­legun­gen zu set­zen, der für uns ein wichtiger Baustein für unsere Vision darstellt. Unsere Forderun­gen dazu bein­hal­ten den Aus­bau der Rad­in­fra­struk­tur, ein Metrobuskonzept, eine aut­ofreie Innen­stadt und vieles mehr. Anfang 2020 wollen wir eine Vol­lver­samm­lung organ­isieren, um unsere Ideen weit­er vorzustellen und zu entwick­eln, wichtige Ter­mine für das Jahr bekan­ntzugeben und weit­er als Bewe­gung zu wach­sen: Wir brauchen viele hil­fs­bere­ite, engagierte Köpfe, um gemein­sam für unser Ziel einzuste­hen!

Natür­lich wird sich mit dem Jahreswech­sel nicht alles ändern: Es wird auch weit­er­hin min­destens ein­mal im Monat eine fre­itägliche Mah­nwache vor dem Rathaus geben, wir wer­den auch weit­er­hin die Poli­tik auf allen Ebe­nen auf Trapp hal­ten, und wir machen im neuen Jahr min­destens genau­so stark weit­er, wie wir aus dem alten Jahr voller Moti­va­tion und Energie her­auska­men.

Zum Schluss wollen wir uns bei den unzäh­li­gen Men­schen bedanken, die FFF Mün­ster 2019 möglich gemacht haben, all diejeni­gen, die egal bei welchem Wet­ter Woche für Woche zu den Ver­anstal­tun­gen kamen, die ein Zeichen geset­zt und damit ihre Stadt verän­dert haben, und all diejeni­gen, die das möglich gemacht haben. Dabei gilt unser Dank auch der Polizei Mün­ster, mit der wir stets fre­undlich und koop­er­a­tiv zusam­me­nar­beit­en durften.

Einen guten Rutsch ins neue Jahr wün­scht
Fri­days For Future Mün­ster

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