Über 1.000 Menschen — Zwei Demos – Ein Appell

Fridays for Future Auftakt vor der Bundestagswahl

Um 14 Uhr startete am heuti­gen Fre­itag, den 25.06.2021 unser zweit­er Kli­mas­treik in diesem Jahr. Über 1.000 Men­schen beteiligten sich unter dem Mot­to „Kli­maschutz ist Men­schen­recht“ an der Demo. Mit zwei Demon­stra­tionszü­gen, ein­er Laufde­mo und ein­er Fahrrad­de­mo, zogen wir gemein­sam durch die Stadt. Zur Abschlusskundge­bung mit Reden, Slam Poet­ry und Msik u.a. von der Mün­ster­an­er Pop-Rock-Band Red Ivy war der Schloss­platz voll.

Jet­zt haben wir noch die Möglichkeit die Zukun­ft frei zu gestal­ten und drama­tis­che Kli­makatas­tro­phen abzuwen­den. Je länger wir warten, desto weniger Möglichkeit­en zum Han­deln haben wir. Wir alle, jed­er und jede Einzelne von uns, müssen deshalb anfan­gen unsere Grun­drechte auch für die Zukun­ft einzufordern.“

Aus der Rede von Lara Zoske, Aktivistin von Fri­days for Future Mün­ster, bei der Abschlusskundge­bung am Schloss.

Wir gehen auf die Straße für eine klim­agerechte Welt, dafür, dass inter­diszi­plinäre wis­senschaftliche Erken­nt­nisse endlich in Han­deln über­set­zt wer­den! Wir erin­nern Regierun­gen und Unternehmen daran, dass sie einen Plan für 1,5 Grad brauchen, um das Paris­er Kli­maabkom­men einzuhalten.“

Timo Kei­th, Mit­glied bei Fri­days for Future Münster.

Mit­tel­fristig gefährdet die Kli­makrise alle Men­schen­rechte auf der ganzen Welt. Zuerst lei­den die bere­its jet­zt glob­al mar­gin­al­isierten und mehrfach diskri­m­inierten Men­schen unter den Fol­gen der Kli­makrise. Diese Kli­mafol­gen kön­nen wir schon heute beobacht­en. Ein Ver­sagen im Kampf gegen den Kli­mawan­del ist eine Form von Diskri­m­inierung und stellt damit selb­st eine weitre­ichende Men­schen­rechtsver­let­zung dar.“

Aus der Rede von Julia Bökel­mann von Amnesty Inter­na­tion­al Mün­ster beim Klimastreik

Wir bedanken uns bei allen Demon­stri­eren­den und rufen alle Men­schen dazu auf, mit auf die Straße zu gehen. Jede einzelne Per­son kann durch Protest und/oder Wahlentschei­dun­gen etwas bewirken. Unser Druck auf der Straße ist essen­tiell, um eine gerechte Poli­tik zu erkämpfen.

Wir machen wieder jeden Fre­itag Aktio­nen. Bei der Mah­nwache am 02.07.2021 von 14 bis 16 Uhr am Rathaus verkün­den wir den Ter­min für den inter­na­tionalen Kli­mas­treik im Sep­tem­ber vor der Bun­destagswahl. Außer­dem kön­nt ihr euch unser neues Mobi­ma­te­r­i­al (Plakate, Fly­er und Stick­er) mit­nehmen. Für den deutsch­landweit­en Zen­tral­streik am 13.08.2021 in Frank­furt am Main pla­nen wir eine gemein­same Anfahrt — hal­tet euch den Ter­min frei. Ein großer Kli­mas­treik vor der Bun­destag­wahl im Sep­tem­ber, bei dem wir „Gemein­sam für’s Kli­ma“ auf die Straße gehen wer­den, ist schon jet­zt in Vorbereitung.

Klimaschutz ist Menschenrecht — Klimastreik am 25. Juni

Nach über 2 Jahren Kli­mas­treiks häufen sich nun Gericht­surteile zugun­sten von Klimakläger*innen: Das Bun­desver­fas­sungs­gericht verpflichtete die Bun­desregierung zur Nachbesserung des Kli­maschutzge­set­zes, ein Gericht in Den Haag den Ölkonz­ern Shell zu erhöht­en Kli­mazie­len, und die Regierung des Kohle­ex­port­lands Aus­tralien wurde dazu verpflichtet, die Men­schen vor Kli­maschä­den zu schützen. Über 1.500 weit­ere Kli­mak­la­gen sind weltweit anhängig.

Wir sehen, dass bish­er zu wenig passiert ist. Jet­zt müssen sog­ar schon Gerichte die Regierun­gen und Unternehmen zu aus­re­ichen­dem Kli­maschutz verpflicht­en! Die Urteile bestärken unsere Forderun­gen nach Klimagerechtigkeit!”

Marek Blanke von Fri­days for Future Münster

Klim­agerechtigkeit gibt es nur, wenn wir es schaf­fen, das in Paris vere­in­barte 1,5‑Grad-Ziel einzuhal­ten. Dazu müssen heute die Weichen in Unternehmen, Rathäusern und Regierun­gen für ein schnelles Ende des fos­silen Zeital­ters gestellt werden!”

Lara Zoske von Fri­days for Future Münster

Deshalb find­et der näch­ste Kli­mas­treik in Mün­ster am 25. Juni 2021 statt. Für Klim­agerechtigkeit und das Men­schen­recht auf Kli­maschutz geht Fri­days for Future drei Monate vor der Bun­destagswahl auf die Straße und zeigt, dass sie genau hin­schauen. Deutsch­land muss inner­halb der näch­sten 15 Jahre kli­ma­neu­tral wer­den, um die Erder­hitzung möglichst auf 1,5 Grad zu begren­zen und in Mün­ster muss dazu der Beschluss zur Kli­ma­neu­tral­ität bis 2030 umge­set­zt werden.

Der Kli­mas­treik am 25.06. begin­nt um 14 Uhr. Fri­days for Future Mün­ster lädt alle Men­schen aus Mün­ster und dem Umland, egal ob groß oder klein, jung oder alt, zum Kli­mas­treik ein. Geplant sind zwei Demon­stra­tionszüge: Eine Laufde­mo vom Prinzi­pal­markt durch die Innen­stadt zum Schloss­platz sowie eine Fahrrad­de­mo mit Start und Ziel Schloss­platz. Bei­de Demos starten um 14 Uhr und enden mit ein­er gemein­samen Abschlusskundge­bung am Schloss­platz. Teil­nehmende soll­ten darauf acht­en, 1,5m Abstand zu anderen Teil­nehmenden einzuhal­ten und müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Wir gehen für Klim­agerechtigkeit auf die Straße. Ein­er­seits muss heute mehr getan wer­den, um uns als jün­gere Gen­er­a­tio­nen vor den Fol­gen der Kli­makrise zu schützen. Aber wir schließen uns auch dem Kampf der schon heute am meis­ten von der Kli­makrise betrof­fene Men­schen für eine klim­agerechte Zukun­ft an. Gemein­sam fordern wir eine lebenswerte, gerechte Welt, in der kein Men­sch auf Grund von zum Beispiel Herkun­ft, Geschlecht oder Reli­gion Ungerechtigkeit erfährt.”

Mar­lena Grab zur Moti­va­tion von Fri­days for Future

Außer­dem kön­nen sich Streik­ende und Umweltaktivist*innen schon jet­zt auf einen weit­eren großen Kli­mas­treik in Mün­ster kurz vor der Bun­destagswahl freuen. Weit­ere Infor­ma­tio­nen folgen.

PM: Kompromisse und leere Versprechen: Die Bilanz der Umweltministerin

Mün­ster, 16.03.2021. Die SPD Mün­ster hat Sven­ja Schulze als Kan­di­datin im Bun­destagswahlkreis 129 Mün­ster aufgestellt. Sie ist seit 2018 Bun­desmin­is­terin für Umwelt, Naturschutz und nuk­leare Sicher­heit im Kabi­nett von Bun­deskan­z­lerin Merkel und außer­dem im Parteivor­stand der Sozialdemokrat*innen.

Wie fällt die klimapolitische Bilanz der Umweltministerin aus?

In Ihrer Amt­szeit als Umwelt­min­is­terin war Sven­ja Schulze unter anderem beteiligt oder mitver­ant­wortlich für das Klimapäckchen, den Kohlekom­pro­miss, das neue EU-Kli­maziel, die Ein­führung eines CO2-Preis­es, die Nov­el­lierung des EEG, Laufzeitver­längerun­gen für schmutzige Kohlekraftwerke, die Block­ade der Agrar­wende,  die bedin­gungslose Ret­tung der Lufthansa und nicht sink­ende Verkehrsemissionen.

Sie wehrt sich immer wieder gegen die Fes­tle­gung von verbindlichen CO2-Bud­gets zur Ein­hal­tung des Paris­er Kli­maabkom­mens. Die Umwelt­min­is­terin freute sich über den völ­lig unzure­ichen­den Kohlekom­pro­miss. Mit der aktuellen Vorstel­lung der deutschen Klima­bi­lanz feiert sie den Coro­na-Effekt zur Ein­hal­tung des Kli­maziels 2020 als Erfolg ihrer Poli­tik, was vielmehr die leere Ihrer klimapoli­tis­chen Ver­sprechen unter­stre­icht. Sie schaffte es nicht, Sub­ven­tio­nen für fos­sile Tech­nolo­gien abzubauen. Außer­dem vertei­digt sie weit­er­hin das Ziel “Kli­ma­neu­tral­ität bis 2050”, welch­es nicht vere­in­bar mit dem Paris­er Kli­maabkom­men ist. Dieses Ziel ste­ht nun auch im Wahl­pro­gramm der SPD, welch­es Sie als Mit­glied des Parteivor­stands beschlossen hat. Einige der genan­nten Maß­nah­men fall­en zwar in den Auf­gaben­bere­ich ander­er Min­is­te­rien. Augen­schein­lich kon­nte Schulze eine ambi­tion­iert­ere, geschweige denn eine aus­re­ichende Klimapoli­tik nicht durchsetzen.

Sven­ja Schulze nen­nt immer wieder ökonomis­che und soziale Sachzwänge, weshalb Kom­pro­misse zu Las­ten von Kli­ma und Umwelt gemacht wer­den wüssen. Sie hat es nicht geschafft, die Ein­hal­tung des demokratisch beschlosse­nen Paris­er Kli­maabkom­mens als eine unver­han­del­bare Grund­lage für poli­tis­ches Han­deln zu etablieren”, urteilt Sophia Kegel, Aktivistin bei Fri­days For Future.

Kegel resümiert: “Mit Ihrer Poli­tik trägt Sven­ja Schulze dazu bei, dass Deutsch­land keinen gerecht­en Beitrag zur Begren­zung der glob­alen Erder­hitzung auf 1,5°C gegenüber vorindus­triellem Niveau leis­tet. Eine klim­agerechte Poli­tik sieht anders aus. Sven­ja Schulze verkör­pert ein ‘Weit­er so’ der unzure­ichen­den deutschen Klimapoli­tik, welche auf leeren Ver­sprechun­gen für die ferne Zukun­ft basiert.”

Gegen leere Ver­sprechen, unzure­ichende Kli­maziele und das ‘weit­er so’ streiken wir am 19.03. mit ein­er Fahrrad­de­mo. Wir brauchen über Partei­gren­zen hin­weg alle für das Ein­hal­ten der 1,5 Grad-Gren­ze!”, schließt Marek Blanke, Mitor­gan­isator des Kli­mas­treiks. Der Kli­mas­treik ste­ht unter den Mot­tos #NoMoreEmp­tyPromis­es und #AlleFür1Komma5. Die Fahrrad­de­mo begin­nt um 14 Uhr am Schloss und führt auch über die B51.

Unsere Pressekon­tak­te erhal­ten Sie auf Anfrage (muenster@fridaysforfuture.de) oder über den Presseverteiler.

PM: FFF Münster: Vorbereitungen auf Fahrraddemo laufen auf Hochtouren

Mün­ster, 16.03.2021. Am Fre­itag ist es soweit, die lange geplante Fahrrad­demon­stra­tion von Fri­days for Future Mün­ster find­et statt. In den let­zten Wochen hat­ten die Aktivist*innen ein Büh­nen­pro­gramm erstellt, eine Route für die Demon­stra­tion erar­beit­et und mobilisiert.

Matil­da Kohnen, Mitor­gan­isatorin bei Fri­days for Future berichtet: „Die let­zten Vor­bere­itun­gen laufen noch, aber dann kann es los­ge­hen. Wir freuen uns auf eine erfol­gre­iche und vor allen Din­gen coro­n­akon­forme Veranstaltung.“ 

Beson­ders wichtig ist uns, dass jede*r sich trotz der Coro­n­a­pan­demie sich­er fühlen kann. Deshalb haben wir uns viele Gedanken gemacht und ein Hygien­ekonzept aus­gear­beit­et, mit dem wir sehr zufrieden sind.“, so Mitor­gan­isator Paul Opper­mann. „Die Kli­makrise wartet nicht, bis die Pan­demie vor­bei ist. Deshalb haben wir einen Weg gefun­den, unseren Protest unter Berück­sich­ti­gung aller Hygien­evorschriften trotz­dem auf die Straße brin­gen zu kön­nen. Ger­ade jet­zt vor der Bun­destagswahl ist es von großer Bedeu­tung, ein starkes Zeichen zu set­zen und zu zeigen, dass wir keine leeren Ver­sprechen mehr akzep­tieren werden.“ 

Die Demon­stra­tion startet um 14 Uhr auf dem Schloss­platz. Nach ein­er Auf­tak­tver­anstal­tung mit mehreren Reden und einem Musi­cact führt die Route ab ca. 14:45 unter anderem über die B51. Nach ein­er Zwis­chenkundge­bung am Ludgerikreisel geht es dann zurück zum Schloss­platz. Dort soll die Ver­anstal­tung um ca. 17 Uhr enden.

Unsere Pressekon­tak­te erhal­ten Sie auf Anfrage (muenster@fridaysforfuture.de) oder über den Presseverteiler.

Rest in Resistance, Gotwin

Wir sind sehr trau­rig, euch diese Nachricht über­brin­gen zu müssen.

Am 08.03. haben wir einen uns sehr wichti­gen Men­schen unser­er Orga- und Orts­gruppe ver­loren. 🕯️💔

Gotwin.

Ohne Dich wird unser­er Orts­gruppe vieles fehlen, denn von Anfang an warst Du in der Orts­gruppe dabei — mit Wis­sen, Moti­va­tion, Spaß und Ern­sthaftigkeit.
Du hast tiefe Spuren in unseren Herzen hin­ter­lassen und wir sind unglaublich dankbar, dass wir Dich ken­nen­ler­nen durften. 🙏

Du wirst in unseren Herzen und Gedanken immer ein Teil unser­er Orga-Fam­i­lie, unser­er Leben und unseres Wider­standes sein. 🖤
Wir ver­mis­sen Dich und danken Dir für deine tatkräftige Unter­stützung.
Wir wer­den Dich nicht vergessen und sind in Gedanken bei deinen Ange­höri­gen. 💭

Rest in Resis­tance /
Ruhe im Wider­stand,
Tech­nik-Opi ✊❤️🖤💚

Klimagerechtigkeit nur mit sofortigen Maßnahmen

Münsters verbleibendes CO2-Budget zeigt: Es muss jetzt gehandelt werden!

Damit Mün­ster einen gerecht­en Beitrag zu Ein­hal­tung des 1,5°-Ziels leis­tet, darf die Stadt auf dem Weg zur Kli­ma­neu­tral­ität ab dem 01.01.2018 nur noch 16.000 Kilo­ton­nen CO2 ausstoßen [1].

Wenn Mün­ster so wie bish­er weit­er­ma­cht und die CO2-Emis­sio­nen nur ger­ingfügig reduziert, wird dieses Bud­get schätzungsweise vor 2025 aufge­braucht sein.”

Lukas Mörchen, Aktivist bei Fri­days for Future Münster

Die Stadt Mün­ster möchte die CO2-Emis­sio­nen bis 2030 auf nahezu Null senken. Dieses Ziel muss mit sofor­ti­gen und wirkungsvollen Maß­nah­men ver­fol­gt werden.

Wir müssen jet­zt große Schritte gehen. Andern­falls wer­den wir unser­er his­torischen und glob­alen Ver­ant­wor­tung als Hauptverur­sach­er der Kli­makrise nicht gerecht. Durch das Erre­ichen unseres heuti­gen Wohl­stand erhitzt sich die Erde, Naturkatas­tro­phen wer­den immer häu­figer und Men­schen lei­den oder müssen ihre Heimat verlassen.”

Sophia Kegel, Aktivistin bei Fri­days for Future Münster 

Nicht nur kom­mu­nal, son­dern auch nation­al muss sich am verbleiben­den CO2-Bud­get ori­en­tiert wer­den. Wie ein gerechter Beitrag Deutsch­lands zur Ein­hal­tung des Paris­er Kli­maabkom­mens ausse­hen kön­nte, beschreibt die vom Wup­per­tal-Insti­tut für Kli­ma, Umwelt, Energie im Okto­ber 2020 veröf­fentlichte Studie “CO2-neu­tral bis 2035: Eck­punk­te eines deutschen Beitrags zur Ein­hal­tung der 1,5-°C‑Grenze”. Die aktuellen Kli­maziele der Bun­desregierung unter Beteili­gung der in Mün­ster erneut kan­di­dieren­den amtieren­den Umwelt­min­is­terin Sven­ja Schulze (SPD) sind laut Wissenschaftler*innen jedoch “nicht vere­in­bar mit ein­er Begren­zung der Erder­wär­mung auf 1,5 °C oder auch nur auf deut­lich unter 2 °C.”

Keine Partei hat ein Pro­gramm, mit dem Deutsch­land einen gerecht­en Beitrag zur Begren­zung der glob­alen Erder­hitzung auf 1,5°C gegenüber vorindus­triellem Niveau leis­ten würde. Das kön­nen wir angesichts der schw­er­wiegen­den Fol­gen der Kli­makrise in Deutsch­land und der ganzen Welt nicht hinnehmen.”

Lucy Büsch­er von Fri­days for Future Münster

Aus diesem Grund streiken wir am 19.03. ab 14 Uhr mit ein­er großen Fahrrad­de­mo. Es darf keine weit­eren leeren Ver­sprechen von Entscheidungsträger*innen mehr geben — wir brauchen sofor­tiges Handeln!”

[1] siehe Beant­wor­tung ein­er Ein­wohn­er­an­frage in der Ratssitzung am 11.12.2019.

Straßenausbau stoppen — Verkehrswende einleiten!

Fri­days for Future Mün­ster beobachtet mit Entset­zen, dass in Mün­ster und darüber hin­aus ungeachtet der Fol­gen für die Treib­haus­gase­mis­sio­nen, weit­er­hin Aus­bau beson­ders von Bun­des­fern­straßen im großen Stil vor­angetrieben wird. Die kür­zlich begonnenen ersten Baum­fäl­lar­beit­en zur Vor­bere­itung des sechsspuri­gen Aus­baus der A1 im Süden Mün­sters zeigen dabei die dop­pelte Schädlichkeit dieser Verkehrspoli­tik: „Es wer­den Bäume gefällt, die wir drin­gend als CO2-Spe­ich­er erhal­ten müssen, um Straße­naus­bau zu betreiben, der mehr Verkehr und mehr Emis­sio­nen erzeugt“ kri­tisiert Sophia Kegel von Fri­days for Future Mün­ster „das ist eine klimapoli­tis­che Geisterfahrt“.

Ähn­lich ver­hält es sich mit dem umstrit­te­nen Aus­bau der B51 nach Tel­gte und Waren­dorf, der zwar von den Räten der Städte Mün­ster und Tel­gte klar abgelehnt wird, mit dem die Stadtver­wal­tung und Straßen.NRW aber nach wie vor liebäugeln. Der vier­spurige, auto­bah­nar­tige Aus­bau der B51 würde neben zahlre­ichen Bäu­men auch gle­ich zwei drin­gend benötigte ökol­o­gisch sin­nvolle Verkehr­swege sabotieren: Die schnelle, direk­te Rad­verbindung von Tel­gte nach Mün­ster und den zwei­gleisi­gen Aus­bau der bish­er quälend langsamen Region­al­bahn 67 von Mün­ster nach Bielefeld.

Wenn wir unsere Kli­maziele ernst nehmen, kön­nen wir nicht weit­er Straßen für Autos auf­grund erwarteter Verkehrszu­nahme auszubauen, während für Fahrrad­straßen oder Rad­schnell­we­gen ein gewiss­es vorhan­denes Rad­verkehrsaufkom­men Voraus­set­zung ist“ so Stef­fen Lam­brecht, ein­er der Aktivis­ten von Fri­days for Future. „Wer Straßen sät, wird mehr Autoverkehr ern­ten – das weiß die Verkehr­swis­senschaft seit Jahrzehnten“.

Um diese Pro­jek­te wird es in Mün­ster beim glob­alen Kli­mas­treik am 19. März unter anderem gehen. Dazu ruft Fri­days for Future Mün­ster zu ein­er Fahrrad­de­mo auf, deren Route auch über die B51 führen soll. Beginn ist am Schloss um 14 Uhr.

PM: Ein Jahr Hanau — Kein Vergessen!

Mün­ster, 18. Feb­ru­ar 2021.

Am 19. Feb­ru­ar jährt sich der ras­sis­tis­che Anschlag von Hanau zum ersten Mal. Fri­days For Future Mün­ster ruft vor diesem Hin­ter­grund zum Gedenken an die Opfer, zur Sol­i­dar­ität mit den Hin­terbliebe­nen und zum kom­pro­miss­losen Kampf gegen Ras­sis­mus auf. 

Marek Blanke, aktiv im Organ­i­sa­tion­steam, erk­lärt: “Wir als Fri­days For Future Mün­ster haben eine klare Ver­ant­wor­tung, uns anti­ras­sis­tisch zu posi­tion­ieren. Unser Selb­stver­ständ­nis sagt ein­deutig, dass der Kampf für Klim­agerechtigkeit ein anti­ras­sis­tis­ch­er Kampf sein muss. Wir ste­hen sol­i­darisch an der Seite der Hin­terblieben­den und fordern eine struk­turelle Antwort auf sys­temis­chen Ras­sis­mus, den es bis heute in unser­er Gesellschaft gibt.” 

Mali Grab, eben­falls bei FFF Mün­ster aktiv, ergänzt: “Den ras­sis­tis­chen und recht­sex­tremen Mor­den von Kas­sel, Halle und Hanau müssen anti­ras­sis­tis­che Tat­en fol­gen. Gle­ichzeit­ig gilt, dass Ras­sis­mus nicht erst bei Anschlä­gen anfängt, son­dern tief in gesellschaftlichen Struk­turen ver­ankert ist. Wir gedenken Gökhan Gül­tekin, Sedat Gür­büz, Said Nesar Hashe­mi, Mer­cedes Kier­pacz, Hamza Kur­tović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Fer­hat Unvar und Kaloy­an Velkov. Rest in Power!”

Pariser Klimaabkommen und FMO sind unvereinbar!

Gemein­sam mit der Die Orts­grup­pen Fri­days for Future Osnabrück stellen wir uns hin­ter die Forderung, den Flughafen Mün­ster Osnabrück sozialverträglich abzuwickeln.

Die Ein­hal­tung des Paris­er Kli­maabkom­mens und die Begren­zung der glob­alen Erder­hitzung um 1,5°C gegenüber vorindus­triellem Niveau sind nicht mit einem teuren Region­alflughafen wie dem FMO vereinbar!

Die Kli­makrise und Bio­di­ver­sität­skrise haben unge­heuer­liche Fol­gen. Deshalb müssen die FMO-Anteil­skom­munen jet­zt han­deln, anstatt weit­er­hin schöne Kli­maziele zu set­zen und im konkreten Kli­makiller, wie den FMO, weit­er­hin zu subventionieren!

Die Coro­na-Krise sollte jet­zt Anlass sein, dass sich alle Anteil­skom­munen endlich zusam­men­tun, um die sozialverträgliche Abwick­lung des Flughafens und die Entwick­lung von kli­mafre­undlichen und zukun­fts­fähi­gen Alter­na­tiv­en anzuge­hen. Alles andere ist ökonomis­ch­er und ökol­o­gis­ch­er Wahnsinn.

Politik der Illusionen

Fri­days for Future Osnabrück wirft der CDU Osnabrück “Eine Poli­tik der Illu­sio­nen” vor. Diese meinte, am FMO wür­den 3.000 Arbeit­splätze sowie mehrere Mil­lionene Euro regionale Wertschöp­fung und Steuer­aufkom­men hän­gen. Am FMO direkt sind jedoch ger­ade ein­mal 165 Men­schen beschäftig und etwa 350 im Bere­ich Zoll und Polizei. Die Zahl 3.000 ist vol­lkom­men aus der Luft gegriffen.

Auch in Mün­ster scheint eine Mehrheit des Rates weit­er­hin hin­ter dem kli­maschädlichen Region­alflughafen zu stehen.

Dass die neue Koali­tion in Mün­ster sich nicht klar zur Unvere­in­barkeit von Bezuschus­sung des Region­alflughafens und Kli­maschutz äußert ist ent­täuschend. Wenn Grüne, SPD und Volt ihre Klimapoli­tik ernst meinen, müssen sie die sozialverträgliche Abwick­lung des FMO angehen!”

Stephanie Gebauer von Fri­days for Future Münster

Dass der Flughafen sich für die Region Mün­ster Osnabrück “ren­tieren” solle ist jedoch aus der Luft gegrif­f­en! Die Bilanzver­luste waren über die let­zten Jahre meist im zweis­tel­li­gen Mil­lio­nen­bere­ich. Weit­er­hin wer­den die hohen Verbindlichkeit­en auch zunehmend aus der Tasche der Gesellschafter*innen bezahlt, sprich der Steuerzahler, da pri­vate Kred­itin­sti­tute anscheinend nicht mehr dazu bere­it sind einem dauer­haft insol­ven­ten Flughafen weit­er­hin Kred­ite zu geben. Der Steuerzahler wird aber weit­er­hin belangt und zahlt die Schulden des FMOs nach und nach ab, während dieser weit­er­hin Ver­luste in Mil­lio­nen­höhe ver­bucht. Dieser Anteil der Schulden, die der FMO beim Steuerzahler hat, soll am Mittwoch den 10.02.2020 um weit­ere 10 Mil­lio­nen Euro erhöht wer­den. Das wäre eine Finanzspritze ohne eine Chance, das Geld jemals wieder zu sehen.

Der Beschluss des Rates schiebt das Prob­lem der Schließung des FMO nur weit­er­hin hin­aus, er ist sowohl umwelt­tech­nisch als auch rein wirtschaftlich katas­trophal für die Region! Deshalb wer­den die Orts­grup­pen von Fri­days for Future Mün­ster und Osnabrück gegen diese Beschlüsse protestieren und die Ratsmit­glieder an Ihre Ver­ant­wor­tung in der Kli­makrise erinnern.

FMO Sozialverträglich schließen

Es wird höch­ste Zeit, dass ange­fan­gen wird ern­sthaft über eine sozialverträgliche Schließung des FMO zu disku­tieren, die los­gelöst von her­auf­beschwore­nen Schreck­ge­spen­stern wie “Arbeit­splatzver­lust” oder “Wirtschaftlichen Ein­bußen” statt find­en muss! Es geht hier um die Zukun­ft unser­er Umwelt aber auch um wirtschaftliche Rationalität!”

Simon Ohme von Fri­days for Future Osnabrück

Die Schließung des FMO muss sozial verträglich und unter Beteili­gung der Beschäftigten gestal­tet wer­den. Für die dort Beschäftigten müssen also Alter­na­tiv­en gefun­den wer­den, beispiel­sweise mit­tels Investi­tio­nen in die Mobil­itätswende und durch Weit­erqual­i­fika­tion und Umschu­lung der Beschäftigten. Außer­dem muss eine ökol­o­gisch und ökonomisch sin­nvolle Nach­nutzung des Flughafens gefun­den wer­den. Sowohl für Gebäude als auch Gelände gibt es bere­its Ideen zur Neunutzung, die die Sci­en­tists for Future Mün­ster aus­gear­beit­et haben. Es ist wichtig, dass das Gelände des Flughafens Mün­ster Osnabrück nicht weit­er­hin für kli­maschädlich­es Wirtschaften genutzt wird, son­dern an neue nach­haltige zukun­fts­fähige Mod­elle gedacht wer­den, die los­gelöst von einem “Pres­tigegedanken” erörtert wer­den müssen.

Streiken wirkt — Freude über die neue Koalition

Nach let­zten Diskus­sio­nen und Nachver­hand­lun­gen haben die Ratsvertreter*innen von SPD, Volt und den Grü­nen dem Koali­tionsver­trag nun zuges­timmt. Geben die Parteim­it­glieder am Don­ner­stag grünes Licht, dann ist es offiziell: die neue Koali­tion des Mün­ster­an­er Stad­trates ist Grün-Rot-Vio­lett.  Fri­days for Future Mün­ster zeigt sich über die Eini­gung der drei Parteien sehr erfreut: „Die näch­sten fünf Jahre sind entschei­dend für die Klimapoli­tik in Mün­ster. Die Weichen für ein kli­ma­neu­trales Mün­ster bis 2030 müssen jet­zt schnell­st­möglich gestellt wer­den. Wir erwarten von dieser neuen Koali­tion deut­lich kli­mafre­undlichere Poli­tik als bish­er.” so Marek Blanke, Mitor­gan­isator der Bewegung.

Auch Mar­lena Grab, eben­falls Mit­glied des Organ­i­sa­tion­steams, freut sich über den frischen Wind im Stad­trat: „Die Maß­nah­men und Ziele die sich im Koali­tionsver­trag zum Kli­maschutz find­en, set­zen die Rah­menbe­din­gun­gen für einen Par­a­dig­men­wech­sel in der aktuellen Ratspe­ri­ode. Wir sehen das als Bestä­ti­gung dafür, dass unsere Kli­mas­treiks zu ein­er gestiege­nen Aufmerk­samkeit für Klimapoli­tik und zu anderen Wahlergeb­nis­sen führen. Umso entschlossen­er und motiviert­er sind wir jet­zt, auch in diesem Jahr weit­er für Klim­agerechtigkeit einzuste­hen, damit Mün­ster und Deutsch­land das Paris­er Kli­maabkom­men einhalten.“

Erst kür­zlich hat­te die Orts­gruppe angekündigt, sich am 19.3. mit ein­er Aktion am näch­sten glob­alen Kli­mas­treik zu beteili­gen. Wie genau diese ausse­hen soll, lassen die Aktivist*innen aber noch offen: „Als eine wis­senschaft­sori­en­tierte Bewe­gung wer­den wir es von den aktuellen Infek­tion­szahlen und dem Ver­lauf der Coro­na-Pan­demie abhängig machen, wie wir unseren Protest zum Aus­druck brin­gen.“ sagt Aktivist Paul Opper­mann. Und er merkt auch an: „Wir wer­den die Mit­glieder der Koali­tion an ihren Tat­en und nicht an ihren Ver­sprechen messen und ihre Arbeit der kom­menden Jahre aufmerk­sam begleit­en. Es gilt nun, entschlossen zu han­deln und den Mut zu haben, neue Wege zu gehen und alte, obso­lete Gewohn­heit­en abzule­gen. Nur so lässt sich echter Kli­maschutz umset­zen. Für diesen Prozess wün­schen wir den drei Parteien alles Gute!“